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Amtliche Mitteilungen - Diözesanbischof Eingangsvotum
anlässlich der Liebe
Mitbrüder Ich möchte den roten Faden des letzten Priesterrates aufgreifen. Damals sagte ich ein Wort zur Rezeption des Zweiten Vatikanums. Inzwischen hat man da und dort auf die Texte des Konzils zurückgegriffen, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, was das Konzil eigentlich lehrt. Wenn man sich auf das Konzil beruft, sollte man auch dessen Verlautbarungen kennen. Man sollte wirklich aus erster Hand das Zweite Vatikanum zitieren und anwenden. Nun, in diesem Sinn habe ich auch den vergangenen Priestertag, am 14. September 2009, zusammen mit 80 Mitbrüdern verbracht und im Zusammenhang des Priesterjahres über unser Priestersein, über die Identität des Priesters nachgedacht. In einem sehr konzentrierten Vortrag hat uns dabei Professor Dr. Peter Rutz durch das entsprechende Konzilsdokument geführt, durch "Presbyterorum Ordinis" (zu Deutsch: Über Dienst und Leben der Priester). Dieses Dekret wurde im Dezember 1965 von den Konzilsvätern verabschiedet und durch Papst Paul VI. anschließend promulgiert. In seinen Ausführungen hat uns der Referent darauf aufmerksam gemacht, dass sich schon im deutschen Titel eine Ungenauigkeit ankündet. So wird uns bewusst, dass man solche Texte, wenn möglich, in der Sprache der veröffentlichten Version lesen müsste. Der lateinische Ausdruck Presbyter ist eben nicht identisch mit dem deutschen Wort Priester. Wohl umfasst der lateinische Begriff auch das Priestertum, aber er sagt dazu noch mehr aus. Die Wortwahl des Konzils ist von großer Bedeutung, um die Identität des Priesters zu orten. Der Presbyter ist wohl Priester. Doch das Dokument wählt absichtlich den weiteren Begriff presbyter und nicht sacerdos. Dieser weitere Begriff wird vom Konzil selber dahin gehend definiert, dass die Aufgabe des Presbyters die Verkündigung, die Heiligung und die Leitung umfasst. Das Tridentinum hatte den Akzent auf die Heiligung gesetzt, auf das, was wir das eigentlich Priesterliche nennen (das sacerdotium). Dieser Akzent war damals notwendig. Das Zweite Vatikanum umschreibt den priesterlichen Dienst - ich möchte hier präzisieren: den Dienst in der Pfarrei, den Dienst des Presbyters - umfassender in seinen drei Dimensionen. Das sacerdotium fehlt nicht, aber ist integriert und steht zusammen mit dem Verkündigungs- und dem Leitungsdienst. Die zwei anderen Dienste sind in der Auffassung des Tridentinums sicher mit gemeint, aber weniger betont. Wir beschäftigen uns heute, in dieser Ratssitzung, ganz besonders mit der Frage einer guten Einteilung unserer Diözese in pastorale Einheiten. Wir kommen daran nicht vorbei. Dabei spielt der Einsatz eben des Presbyters eine bedeutende Rolle. Von seinem kirchlichen Auftrag her hat er nicht nur die Aufgabe eines sacerdos, sondern eben eines Presbyters, eines Geweihten, der den dreifachen Dienst der Verkündigung, der Heiligung und der Leitung wahrnimmt. Seine Präsenz in diesen drei Dimensionen oder Funktionen ist wichtig, um der pastoralen Einheit jene Prägung zu geben, die zur Zelle einer Diözese gehört, also zum Baustein eines Bistums (anhin immer als "Pfarrei" bezeichnet). Das bedeutet, dass die pastoralen Einheiten dem Auftrag des Priesters als Presbyter gerecht werden müssen. Das heißt auch, dass der Presbyter eine Stellung innerhalb einer Einheit einnehmen können muss, die seinem Auftrag und seiner Weihe entspricht. Im Schreiben an alle Priester zur Eröffnung des Priesterjahres vom 16. Juni 2009 sagt der Heilige Vater: "Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, erbitten wir vom Herrn Jesus die Gnade, dass auch wir die pastoralen Methoden des Johannes Maria Vianney erlernen können! Was wir als erstes lernen müssen, ist die völlige Identifizierung mit der eigenen Aufgabe. In Jesus fallen Person und Sendung im Grunde zusammen: Sein gesamtes Heilshandeln war und ist Ausdruck seines Sohn-Ich', das von Ewigkeit her vor dem Vater steht in einer Haltung liebevoller Unterwerfung unter dessen Willen. In bescheidener und doch wahrer Analogie muss auch der Priester diese Identifizierung anstreben". Bei unseren Bemühungen um die Planung der Seelsorge muss es uns auch darum gehen, dass der Priester-Presbyter sich wirklich mit der eigenen Aufgabe zu identifizieren vermag. Seine Berufung soll durch nichts, durch keine Maßnahmen, durch keine falschen Erwartungen erstickt werden. Wir wollen alles daran setzen, dass der Priester-Presbyter seine Berufung wirklich leben kann - zum Wohl des ihm anvertrauten Volkes Gottes. |
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