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Amtliche Mitteilungen - Diözesanbischof

Homilie in der Hl. Messe anlässlich des
jährlichen Diakonentreffens am 28. Oktober 2009 in Chur
(Apostel Simon und Judas)

Meine lieben Mitbrüder im diakonalen Dienst

Hat das Priesterjahr auch für die Diakone Bedeutung? Ja, das Priesterjahr hat auch für die Diakone Bedeutung, insofern als der Dienst des Diakons wie der Dienst des Priesters auf einem gemeinsamen Sakrament beruhen, auf dem Sakrament der Weihe; insofern als der Priester auch Diakon ist und insofern Priester und Diakon durch ihre Weihe und den daraus fließenden sakramentalen Dienst von einer gemeinsamen Spiritualität geformt, geprägt und miteinander verbunden werden. Priester und Diakon sind auf diese Weise eng miteinander verbunden und zu einem engen Zusammenwirken bestimmt.

Die Sendung des Diakons ist wie die Sendung des Priesters eigens sakramental begründet. Sie geht aus dem sakramentalen Charakter der Weihe hervor. Ein sakramentaler Charakter ist immer etwas Persönliches, in diesem Fall die Person des Diakons betreffend. Doch empfängt der Diakon wie der Priester diese Gabe, um im Auftrage Jesu das Heil der Menschen zu wirken. Das bedeutet, dass mit dem Dienst des Diakons nicht nur eine Standesgnade verbunden ist, die ihn persönlich hält und trägt, sondern dass sein Wirken den Menschen aus der Fülle der Weihe heraus Gnade schenkt, durch seinen Segen, durch sein Gebet, durch seine liturgischen Handlungen, durch seinen Dienst in der Nächstenliebe. Alles strömt aus der Quelle der Weihegnade hervor und bereichert die dem Diakon anvertrauten Menschen.

Nun, der Diakon ist mit einer besonderen Vollmacht des Verkündens, des Heiligens und des Dienens ausgestattet, so dass er aus dem Gnadenreichtum als Diener Jesu Christi zu wirken vermag. Indem der Diakon sich immer wieder dieser Gnadengaben für die Menschen bewusst wird, kann er aus einer persönlichen Tiefe wirken und handeln. Es gehört zu Spiritualität des Diakons, dieses Leben der Weihegnade ununterbrochen zu erneuern, damit er in seinem Wirken nie oberflächlich wird, sondern als geistliche Person, als geweihte Person den Menschen Nähe und Wärme schenken kann: die Nähe und Wärme des dreifaltigen Gottes. Es gibt ja immer dieses Erkalten des Feuers einer Berufung. Die Berufung ist dann wohl noch vorhanden, aber es ist wenig Begeisterung und wenig Ausstrahlung zu spüren. Diesem Erkalten müssen wir ständig entgegenwirken durch die Rückbesinnung auf die erste Liebe und auf die durch die Weihe verliehenen Gnadengaben. Wir haben sie, dies möchte ich nochmals betonen, nicht für uns empfangen, sondern um den Menschen im Namen des Herrn zu dienen.

In diesem Sinn sind die Diakone auch Verwalter des geschenkten Sakramentes für die Menschen. Sie wirken aus einer Spiritualität der Verwaltung heraus. Sie verwalten nicht ein Eigentum, sie verwalten ein ihnen anvertrautes Gut. Verwaltung ist immer mit Gewissenhaftigkeit verbunden. Sie sollen das anvertraute Gut gewissenhaft hüten. So hat die Wiederholung des Weiheversprechens den tiefen Sinn, die Aufgabe wieder zu bedenken, sich für die Menschen und ihr Heil neu auszurichten, Verschüttetes frei zu machen, Erkaltetes zu neuem Feuer zu entfachen und Gleichgültiges zu korrigieren.

Eine weitere gemeinsame Spiritualität mit dem Priester besteht darin, dass der Diakon das Gebet der Kirche, das Tagzeitengebet, verrichtet. Ebenso besteht die gemeinsame Spiritualität durch den eigenen Bezug zur Eucharistie.

Der Diakon ist wir der Priester ein betender Menschen. Er schaut auf den betenden Herrn, von dem das Evangelium sagt: "Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott". Der Diakon hat sich für das Gebet verpflichtet, er hat sich für das kirchliche Gebet verpflichtet. Damit wird uns ein weiterer Aspekt seiner Spiritualität bewusst: Der Diakon ist ein zutiefst kirchlich gesinnter und der Kirche verbundener Mensch, mit der Kirche, der "sichtbaren Versammlung" und "geistlichen Gemeinschaft". Mit der Kichre, die vom Herrn als "Gesellschaft verfasst und geordnet" ist, wie es in 'Lumen Gentium' heißt ( Nr. 8); oder wie wir es eben in der Lesung hörten: "Durch ihn - Christus Jesus - wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn" (Eph 2,21). Ohne eine tiefe Liebe zu dieser Kirche, zu ihrer Ordnung, zu ihrem Leben kann man nicht Diakon sein. Man würde die Menschen belügen. Um diese kirchliche Gesinnung wach zu halten, ist eben das kirchliche Stundengebet eine große Hilfe und eine ständige Erinnerung an das, was dem Diakon durch die Kirche geschenkt ist und immer wieder geschenkt wird: Gemeinschaft im Glauben.

Das Leben des Diakons erhält seine Prägung aber auch durch den besonderen Bezug zur Eucharistie. Der Diakon dient dem Herrn im Sakrament. Mit dem Bischof und dem Priester ist er ja ordentlicher Spender des Sakraments. Und er soll diesen Auftrag nicht vernachlässigen. Aber nicht nur das. Er ist auch jener, welcher den Herrn im Sakrament schützt. Er wird achtsam darauf scheuen, dass das Allerheiligste nicht verunehrt wird, und dass nichts - kein Partikel, kein Tropfen des heiligen Blutes - verloren geht. Er wird immer wieder zum würdigen Empfang des Sakraments auffordern und dazu vorbereiten. Ich denke hier auch an die Aufgabe des Diakons, im Anschluss an die Eucharistiefeier die heiligen Geräte und Gefäße zu reinigen. Schließlich ist der Diakon ein Mensch, der vor dem Allerheiligsten betet, der anbetet, der die Menschen zur Anbetung führt.

Damit hätten wir den Kreis geschlossen. Denn hier, beim Hören des Wortes Gottes und bei der Feier der heiligen Messe, hier vor dem Herrn im Sakrament, schöpfen wir Kraft für unseren Dienst, für einen glaubwürdigen Dienst, für einen überzeugenden Dienst. Dadurch wird unsere sakramentale Existenz und unser sakramententaler Dienst erneuert, gefestigt und geheiligt. Amen.


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