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Amtliche Mitteilungen - Diözesanbischof

Homilie in der Eucharistiefeier vom 10. Januar 2010
anlässlich des Studierendentreffens im Priesterseminar Chur

Brüder und Schwestern im Herrn,

wir feiern heute das letzte Fest des Weihnachtszyklus: Die Taufe Christi. Damit wird die Festzeit von Weihnachten abgeschlossen.
Das Fest der Taufe Christi ist ein Erscheinungsfest, ein Fest der Epiphanie. Die Epiphaniethematik umfasst ja drei Aussagen: Zunächst die Thematik des Lichtes. Das Licht, der Stern zeigt das Kommen des göttlichen Königs an, das Erscheinen Gottes. Der Stern macht auf den Sohn Gottes aufmerksam. Die persischen Priester - auch Magier genannt - , die sternkundig sind, erkennen dieses Licht und kommen, um das göttliche Kind anzubeten.
Sodann haben wir die Thematik der Taufe, des Wassers: Die Taufe Christi wird zum großen Offenbarungsereignis. Der Vater macht uns auf den Sohn aufmerksam. Wir vernehmen im Evangelium zum ersten Mal die Stimme Gottes. Die Menschen erkennen dadurch den Sohn, die Menschen wissen um die Ankunft des Sohnes. Anderseits wirkt sich aus der Sicht der Liturgie das Erscheinen des Sohnes heilsam auf die Elemente der Welt aus. Die Elemente der Welt, in unserem Fall das Wasser, werden Träger des Heils. Im Wasser, das durch den Sohn geheiligt ist, wird das Kommen Gottes wirksam und erfahrbar. Das ist die Aussage vor allem des heutigen Festes.
Ebenso gehört die Thematik des Wunders zum Epiphaniegeschehen. Diese Thematik ist uns wohl am wenigsten als Epiphaniethematik bewusst. Die Epiphanie Gottes, das Kommen Gottes zu uns wird im Wunder oder, in der Sprache des Johannes, im Zeichen erfahrbar. Deshalb haben wir in den Liturgien der Tagen nach dem Epiphaniefest des 6. Januar verschiedene Wundererzählungen gehört: das Wunder der Brotvermehrung, einen Sammelbericht über Heilungswunder, eine Erzählung über die Heilung eines Aussätzigen. Das eigentliche Wunder, welches in der Liturgie von Erscheinung benannt ist, wird in diesem Jahr C am kommenden Sonntag gelesen, nämlich die Verwandlung von Wasser in Wein anlässlich der Hochzeit von Kana. Durch die Wunder wird Jesus als Sohn Gottes erkannt. Er erweist sich als Gesandter des Vaters.
Das Wunder lässt uns also Gott erkennen. Zugleich lässt es die Bindung Gottes an seine Schöpfung erfahren. Gott heilt seine Schöpfung, Gott befreit seine Schöpfung, Gott verwendet sich für seine Schöpfung, Gott schenkt seiner Schöpfung neues Leben. Er überlässt die Schöpfung nicht sich selber, schon gar nicht einem schlimmen Schicksal.
Das Wunder von Kana, das im Rahmen einer Hochzeit geschah, wird zum Anlass, Gott mit einem Bräutigam zu vergleichen, der seine Braut nicht im Stich lässt. Gott geht mit seiner Schöpfung - also mit der menschlichen Natur, mit dem Menschen - einen Ehebund ein. Er heiligt seine Braut, die Schöpfung, den Menschen. Mit andern Worten: das Kommen Gottes ist mit einer Hochzeit vergleichbar, mit einer Zeit der Freude, einer Zeit des Jubels, einer Zeit des Glücks. Deshalb hat die Kirche in diesen Tagen und in diesem Jahr in der sogenannte Lesehore das Hohelied vorgetragen.
Erscheinung des Herrn heißt also für uns, dass das Heil gekommen ist, dass göttliches Leben möglich wird, dass die Zeit erfüllt ist. - Wir beginnen nach der Weihnachtszeit den Lebensweg Jesu abzuschreiten, den Weg von Betlehem nach Nazareth und von Nazareth nach Jerusalem. Was der Festzyklus der Erscheinung des Herrn uns nahebringen wollte, nämlich dass Gott unter uns ist, dass er mit uns geht, dass er uns heilt, dass er uns zur ewigen Hochzeit führt, das wird nun in der Zeit im Jahreskreis sozusagen Schritt um Schritt bestätigt, und wir dürfen es erfahren, indem wir immer wieder hinhören auf das Wort des Evangeliums und an der Eucharistiefeier teilnehmen. Dadurch wird natürlich jeder Gottesdienst, jede Eucharistiefeier zu einem Fest der Erscheinung und hat vor allem den einen Sinn: uns tagtäglich zu sagen und daran zu erinnern, dass Gott unter uns ist, dass er mit uns ist; dass Gott durch sein Wort und seine Sakramente unser Heil wirkt. Es wird unser Beitrag sein, uns dem Herrn zu öffnen und ihn bis in die Tiefen unseres Herzens eintreten zu lassen. Amen.


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