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Amtliche Mitteilungen - Diözesanbischof Homilie
in der Eucharistiefeier vom 16. Januar 2010 Brüder
und Schwestern im Herrn Die Bedeutung des Priesters gründet in Jesus Christus selber. Denn der Priester steht im Dienst des Herrn. Der Priester ist vom Herrn gewollt wie die Apostel, wie die Jünger gewollt sind. Er hat die Aufgabe, den Herrn zu vertreten und in seinem Namen zu wirken. Der priesterliche Auftrag geht somit nicht aus einem eigenen Vermögen des Priesters hervor. Er ist nicht aus der Person des Priesters heraus wachsende Vollmacht. Er ist nicht in erster Linie eine Begabung. Der priesterliche Auftrag, ich wiederhole es, gründet in Christus. Er geht aus seiner Vollmacht hervor. Er schöpft aus seiner Kraft und aus seiner Seinsfülle. Der Priester ist das, was er ist, nur auf Grund seines Einsseins mit dem Herrn. Wir dürfen von einer Symbiose des Priesters mit dem Herrn sprechen, von einem Zusammenwachsen und von einer Einheit in den Lebensvollzügen. Der Priester ist nur dann wirklich Priester, wenn sein ganzes Tun aus der innigen Lebensgemeinschaft mit dem Herrn hervorgeht, wenn er den Herzschlag des Herrn spürt und danach handelt. Nun, der Auftrag des Priesters umfasst drei Wirkungsfelder: Das Wirkungsfeld des Lehrers, das Wirkungsfeld des Mittlers (der priesterliche Auftrag im engeren Sinn) und das Wirkungsfeld des Hirten. Wie Jesus Lehrer war und ist, so auch der Priester; wie Jesus Mittler war und ist, so auch der Priester; wie Jesus Hirte war und ist, so auch der Priester. Jesus ist es aus eigener Machtfülle; der Priester ist es aus der gnadenhaften Teilhabe an der Machtfülle des Herrn, die ihm durch den Bischof übertragen wird. Vom Herrn berufen und gerufen, wirkt der Priester in der Vollmacht des Herrn. Das heutige Evangelium stellt uns den Herrn zunächst als Lehrer vor. Es heißt: "Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie" (Mk 2,13). Jesus unterweist die Menschen im Glauben, in der Gotteslehre. Er lehrt sie den Weg zu Gott und zum ewigen Leben. Doch der Akzent des heutigen Evangeliums liegt nicht so sehr auf dem Lehrer, sondern auf dem Hirten. Es zeigt uns, was das bedeutet, dass Jesus ein Hirt ist: Der Hirt ruft den Sünder. Der Hirt ist in Kummer wegen des Zustandes des Sünders. Er sorgt sich um das Los des Sünders. Deshalb ruft er ihn. Er ruft ihn weg von der Sünde. Die große Sorge Christi, des Hirten, ist das Leben des Menschen, sein ewiges Heil. Deshalb tut er alles, um den Menschen zum Heil zu führen und aus dem Zustand der Sünde herauszuholen. Das ist der wohl der wichtigste Auftrag auch des Priesters. Wie Jesus muss auch er um das Heil des Sünders bemüht sein. Er darf den Sünder daher nicht seinem sündhaften Treiben überlassen. Er muss wie Jesus sich hinsetzen zum Sünder, mit ihm über das göttliche Leben sprechen und ihn zur Umkehr bewegen. Das Heil der Seelen muss ihm am Herzen liegen. Er darf den Sünder nicht in seinem Tun bestärken, er darf sein Tun nicht verharmlosen. Er muss ihn aus der Falle des Bösen herausholen. Er muss ihm - mit Rücksicht auf die Darlegung Jesu gesprochen - jene ärztliche Versorgung im geistlichen Sinne zukommen lassen, die ihn heilt. Das bedeutet Hirte zu sein in erster Linie und vor allem. Doch der Hirt kümmert sich nicht nur um die kranke Seele. Er blick voraus. Er schaut, was auf die Herde, auf die einzelnen Seelen zukommt. Er hat ein Auge für den Hinterhalt des Bösen. Er entwickelt ein Gespür für die List des Bösen und wehrt daher all das ab, was der Seele, was dem Menschen, schaden könnte. Er sieht den Wolf kommen und flieht nicht, sondern stellt sich ihm entgegen (vgl. Joh 10,11-13). Er leitet seine Herde so, dass sie auf dem guten Weg bleibt und sich nicht in Gefahren hineinbegibt. Er macht auf die Gefahren aufmerksam. Meine Lieben, wir müssen viel darum beten, dass die Priester diese ihre Identität als Hirten nicht vernachlässigen und nicht ausblenden. Denn das ist die schwierigste Aufgabe des Priesters, und schwierige Aufgaben umgeht man gerne. Man weicht ihnen aus. Doch die Priester dürfen die Menschen nicht in einem Lebensstil belassen, der ihnen zum Verderben wird. Sie dürfen in diesem Sinn selber nicht verweltlichen, so dass sie selber das Gespür für das, was Sünde und Unglaube bewirken und sind, verlieren. Dann könnten sie ihren Hirtendienst nicht mehr im Sinne des Herrn wahrnehmen. Das ist in unserer Welt die wohl größte Gefahr, der die Priester unterliegen könnten. Deshalb meine Bitte: Betet für Priester, die gute Hirten werden; betet, dass die Priester wirklich gute Hirten sind und bleiben. Amen. |
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