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Amtliche Mitteilungen - Diözesanbischof

Homilie von Bischof Vitus
anlässlich des Pastoralbesuchs am 8. Januar 2012 in Bennau/SZ

Fest Taufe des Herrn; 1 Joh 5,1-9
Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut (V.6).

Brüder und Schwestern im Herrn
Jesus Christus ist im Wasser und im Blut gekommen. Was will uns der erste Johannesbrief damit sagen? Offenbar geht es hier um das rechte Christusbekenntnis. Dieses Bekenntnis ist schon kurz nach Jesu Tod und Auferstehung - also in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts - gefährdet. Es gibt Leute, welche die Menschwerdung des Sohnes Gottes nicht annehmen wollen. Es gibt auch Leute - und von denen spricht Johannes an dieser Stelle - welche behaupten, Jesus Christus sei nur im Wasser gekommen, nicht im Blut. Das wäre kein vollständiges Christusbekenntnis.

Jesus Christus ist im Wasser gekommen heißt, dass er im Zeichen des Wassers gekommen ist; er ist im Blut gekommen heißt, dass er im Zeichen des Blutes gekommen ist. Die Zeichen des Wassers und des Blutes offenbaren uns Jesus, den Sohn Gottes und sein Erlösungswerk für uns Menschen. Wie ist das zu verstehen? Gehen wir dem etwas nach.

Das Zeichen des Wassers ist die Taufe, das Gedächtnis der Taufe Christi, anderseits aber auch ein Hinweis auf die Taufe, die Jesus uns als Sakrament der Erlösung geschenkt hat. Nun, die Taufe im Jordan, die Taufe Christi, ist die große Offenbarung des Sohnes Gottes. Der Vater offenbart uns Jesus als seinen Sohn. Im Markus-Evangelium ist es der Sohn, welcher das beglaubigende Wort vom Vater empfängt: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden" (Mk 1,10-11). Jesus erhält hier gleichsam die Beauftragung und Beglaubigung für sein Wirken unter den Menschen. Die Taufe wird so der Augenblick der Offenbarung dessen, wer Jesus ist. Die Taufe macht ihn nicht zum Sohn Gottes, wie einige behaupten, nein, die Taufe offenbart ihn als Sohn. Der Vater zeigt den Menschen anlässlich der Taufe, wer Jesus wirklich, in seiner ganzen Fülle ist.

Kehren wir nun zurück zur doppelten Symbolik, zum Zeichen des Wassers und zum Zeichen des Blutes. Die Taufe, das Zeichen des Wassers, ist ein Zeichen der Hoheit Jesu Christi, auch seiner göttlichen Herrlichkeit, da der Himmel sich öffnet. In einem gewissen Sinn ist es leicht, sich zu diesem Jesus zu bekennen, zu Jesus Christus, der im Zeichen des Wassers gekommen ist. Nun wird aber das Zeichen des Wassers durch das Zeichen des Blutes ergänzt. Mit diesem Zeichen wird das Sterben Jesu umschrieben, sein Tod am Kreuz, sein Tod für unsere Sünden, aber auch das Sakrament des Leibes und Blutes unseres Herrn.

Der Tod Jesu Christi war mit keiner Offenbarung des Himmels verbunden wie die Taufe im Jordan. Die Stimme des Vaters ist nicht zu hören. Jesus stirbt einsam und verlassen. Der Tod zeigt uns Jesus Christus in seiner Erniedrigung und Entäußerung. Das Bekenntnis zu diesem erniedrigten und entäußerten Herrn fiel bereits in der Anfangszeit der Kirche vielen Menschen schwer. Sie wollten nur jenen Jesus anerkennen, der im Zeichen des Wassers, nicht jenen, der im Zeichen des Blutes gekommen war. Johannes macht seine Leser darauf aufmerksam, dass der wahre Glaube an Jesus Christus die Herrlichkeit des Sohnes Gottes, aber auch seine Erniedrigung und Entäußerung umfasst. Mit anderen Worten heißt dies, wir müssen auch zum erniedrigten und entäußerten Christus stehen. Denn Jesus hat uns eben durch seine Erniedrigung und Entäußerung von unseren Sünden erlöst. Die Vergebung der Sünden, den Zugang zum ewigen Leben in Gott erhalten wir durch seinen Tod am Kreuz. Doch dieser Tod erhält anderseits seine erlösende Kraft durch das göttliche Wesen Jesu Christi, dadurch, dass er der geliebte Sohn des Vaters ist. Deshalb ist es für uns geradezu notwendig zu bekennen, dass Jesus Christus im Wasser und im Blut gekommen ist. - Damit wir versichert sind, dass dies das rechte Bekenntnis und damit auch der Zugang zum Heil bedeutet, fügt Johannes hinzu: "Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der Geist ist die Wahrheit". Der Heilige Geist bürgt für die Echtheit dieses Glaubenszeugnisses. Durch seine Kraft und durch seine Eingebung haben die Jünger, haben die ersten Zeugen des Glaubens diese Botschaft verkündet. Sie ist göttlichen Ursprungs und daher zuverlässig. Wir wollen sie gläubig annehmen. Amen.


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