|

|
Das
Bistum
Zur
Geschichte
Das
Bistum Chur ist wohl im 4. Jahrhundert entstanden. Die erste urkundliche
Erwähnung eines Bischofs der Diözese Chur stammt aus dem Jahre 451. Als
eines der ältesten Bistümer nördlich des Alpenkammes kann die Diözese
Chur auf eine lange und bedeutungsvolle Geschichte zurückblicken. Sie
hing in der Spätantike und im Frühmittelalter vom Erzbistum Mailand ab.
Seit der Teilung des karolingischen Reiches im Jahre 843 bis anfangs des
19. Jahrhunderts gehörte sie dem Metropolitanverband Mainz an. Mit Asinio,
Valentinian, Ursizin und Adalgott gab es auch Heilige auf dem Bischofsstuhl
von Chur. Als erster Bistumspatron wird der heilige Glaubensbote Luzius
verehrt, der wohl im 5./6. Jahrhundert im Gebiet des oberen Rheintales
missionierte. Der heilige Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, und
der heilige Florin, Pfarrer im engadinischen Remüs, stehen ihm als Nebenpatrone
zur Seite. Die Bischofskirche von Chur ist ein altehrwürdiger Mariendom.
In der Kathedrale befinden sich künstlerische Dokumente aus beinahe allen
Jahrhunderten der Bistumsgeschichte.
Die Reformation im
16. Jahrhundert hat die kirchlichen Verhältnisse in manchen Teilen der
Diözese erheblich verändert und den weiteren Gang der Geschichte stark
beeinflusst. Gewissermassen als Kompensation für verlorene Gebietsteile
(Vintschgau und Teile von Vorarlberg) unterstellte der Papst im Jahre
1819 dem Oberhirten von Chur beträchtliche Gebietsanteile des Bistums
Konstanz (Ob- und Nidwalden, Teile von Uri, Schwyz, Glarus und Zürich).
Im Jahre 1823 wurde für geraume Zeit das Doppelbistum Chur-St. Gallen
errichtet. Durch die Errichtung des Erzbistums Vaduz am 2. Dezember 1997
hat Papst Johannes Paul II. das Fürstentum Liechtenstein vom Bistum Chur
abgetrennt.
Auf dem Territorium des in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu
eingeteilten Bistums gibt es nunmehr sowohl eigentliche katholische Stammlande
(Bündner Oberland, Urschweiz), als auch gemischt konfessionelle Regionen
oder ausgeprochene Diasporagebiete, wobei schon seit einiger Zeit die
Tendenz zu beobachten ist, dass die Unterschiede durch gesellschaftliche
Wandlungsprozesse verwischt werden. Gleichwohl bestehen nach wie vor beträchtliche
Verschiedenheiten in der pastoralen Situation.
Literatur:
- Michael
Durst, Geschichte der Kirche im Bistum
Chur. 1. Von den Anfängen bis zum Vertrag von Verdun (843),
Strasbourg 2001, 74 Seiten, SFr. 16.--
- Art. Chur,
in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. II, Sp. 1193f.
- L. Vischer et alii
(Hrsg.), Ökumenische Kirchengeschichte der Schweiz, Fribourg und Basel
1994, passim.
- Johann Georg
Mayer, Geschichte des Bistums Chur, 2 Bde., Stans 1907 und 1914.
- 1500 Jahre
Bistum Chur, Zürich 1950
- Albert Fischer,
Reformatio und Restitutio. Das Bistum Chur im Zeitalter der tridentinischen
Glaubenserneuerung. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der Priesterausbildung
und Pastoralreform (1601-1661), Zürich 2000 (Besprechung
auf dieser Homepage)
Das
Bistum
Bistumspatron
Bistumskarte
Liste der Bischöfe
"Statistik"
|