Navi Button
Bistum Chur

Predigt von Bischof Vitus am Palmsonntag, 20. März 2016

Brüder und Schwestern im Herrn,
in jeder heiligen Messe vernehmen wir die Worte „Aus dem heiligen Evangelium nach … „, oder an deren Stelle „Beginn des Evangeliums nach …“. Heute, Palmsonntag, kündet die Kirche das Evangelium mit den Worten an: „Das Leiden unseres Herr Jesus Christus“. Auf diese Weise werden wir uns inne: Die Botschaft vom Leiden und Sterben unseres Herrn ist eine Botschaft, die eine eigene Bedeutung hat. Sie hebt sich vom übrigen Evangelium ab. Denn sie ist die Botschaft der Erniedrigung unseres Herrn und zugleich die Botschaft unserer Erlösung: „Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8), sagt uns der heilige Paulus im Brief an die Philipper, und im Brief an die Epheser betont er: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Eph 1,7).
    „Das Leiden unseres Herr Jesus Christus“. Mit diesem Ereignis legt sich eine tiefe Trauer über diese Welt. Der Evangelist Lukas bringt dies mit den Worten zum Ausdruck: „Es war schon um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach – bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei“ (Lk 23,44-45). Die Schöpfung lehnt sich gegen dieses Ereignis auf. Sie hüllt sich in Finsternis. Im Tempel reißt der Vorhang. Die Stätte, von der Gott selber sagt, sein Name würde darin wohnen (vgl. 1 Kön 8,29), ist entweiht. Es herrscht Empörung. Es herrscht Entsetzen. Es herrscht Betroffenheit. Ja, auch ein Mensch, der unvoreingenommen dieses Geschehen mit verfolgte, der Hauptmann, steht unter dem Eindruck des außerordentlichen Geschehens und bekennt: „Das war wirklich ein gerechter Mensch“ (Lk 23,47).
    Der Trauer folgt die Stille, die Totenstille. Denn Unaussprechliches ist geschehen: Sie haben den Herrn der Herrlichkeit ans Kreuz geschlagen. Am Kreuz stirbt nicht nur ein gerechter Mensch, ein unschuldiger Mensch. Am Kreuz stirbt der Herr der Herrlichkeit. Am Kreuz stirbt der Herr des Lebens. Der heilige Paulus fasst das Geschehen mit den Worten zusammen: „Keiner der Machthaber dieser Welt hat sie (die Weisheit Gottes) erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt“ (1 Kor 2,8). Was für ein Versagen des Menschen! Was für eine Blindheit! Was für eine Schuld! 

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen. Mehr lesen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen