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Bistum Chur

Predigt von Bischof Vitus Huonder anlässlich der Admissio-Feier vom 2. Mai 2018 im Priesterseminar St. Luzi in Chur

Meine Lieben,

die Admissio bedeutet die Zulassung zu den Weihen, zur Diakonenweihe und alsdann zur Priesterweihe. Sie entspricht insofern dem früheren Subdiakonat, bei welchem sich der Kandidat für die priesterliche Lebensform entschied, insbesondere für das Leben in Keuschheit im Sinne der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Die Erklärung zu dieser Lebensform wird nun in der neuen Ordnung bei der Admissio verlangt.
Die priesterliche Lebensform ist nicht nur und nicht vorrangig von einem Verzicht bestimmt. Die priesterliche Lebensform muss positiv verstanden werden. Sie geht aus einem Entscheid hervor, aus einem Entscheid für etwas. Es ist ein Entscheid für einen Reich­tum oder, wie es das Evan­gelium sagt, für eine Perle (Mt 13,44-46). Deshalb lässt der Priester alles hinter sich, um diese eine Perle zu erstehen.
Die priesterliche Lebensform ist ein Entscheid aufgrund einer besonderen Berufung zur Heiligkeit und zur Hingabe an Gott. Wie es sich bei der Berufung zur Heiligkeit und zur Hingabe an Gott verhält, ist dieser Entscheid immer mit der Reinheit des Herzens verbunden, mit jener Seligpreisung, welche die gute, die lautere Absicht des Menschen hervorhebt (Mt 5,8). Was ich denke und was ich tue, soll der Ehre Gottes und dem Heil der Menschen dienen. Die Reinheit des Herzens ist jene Lauterkeit der Gesinnung und des menschlichen Strebens, welche nichts anderes als den Willen Gottes erfüllen möchten. Dazu hat sich jüngst Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schrei­ben Gaudete et exultate geäußert (83-86). Eben für den Priester ist diese Reinheit des Herzen vorrangig.
Am 24./25. April 2018 hat die Schweizer Bischofskonferenz unter dem Titel Achtsam im Umgang – konsequent im Handeln eine Studientagung durchgeführt. Der Untertitel lässt uns näher an das Gemeinte herankommen: Prävention sexueller Ausbeutung. Natürlich war damit nicht die Prävention im allgemeinen im Blickfeld, sondern die Prävention im kirchlichen Umfeld. Nun, ich möchte nicht näher auf die Thematik eingehen. Darüber wurde in vergangener Zeit viel geredet, vielleicht allzuviel, so dass man der Sache schon etwas müde ist. Aber die Tagung hat mich zur Erkenntnis geführt, oder sie hat eine alte Erkenntnis bestätigt: Wer im kirchlichen Dienst steht, kann dies nur mit einem reinen Herzen tun, mit lauterer Absicht. Vor allem muss er ein Leben führen, das seiner Berufung in keiner Weise schaden kann, das daher auch der Kirche und der Evangelisierung in keiner Weise schadet. Die Prävention beginnt beim reinen Herzen. Sie setzt sich im reinen Herzen fort. Sie kommt im reinen Herzen ans Ziel.
Liebe Kandidaten, Ihr habt noch einen Weg bis hin zu den Weihen zurückzulegen. Diese Zeit soll Euch einerseits dazu dienen, euch in die priesterlichen Vollmachten zu vertiefen, vor allem in den Vollzug des heiligen Messopfers. Anderseits aber müsst Ihr diese Zeit auch dazu nutzen, um nochmals und immer wieder über das reine Herz nachzudenken, über die lautere Absicht im Hinblick auf den Empfang der heiligen Weihen. Dabei kann Euch das heutige Tagesgebet helfen, das Gebet zum Gedenktag des heiligen Athanasius: Allmächtiger, ewiger Gott, du hast dem heiligen Bischof Athanasius den Geist der Kraft und der Stärke verliehen, so dass er die Lehre von der wahren Gottheit deines Sohnes unerschrocken verteidigte. Höre auf die Fürsprache dieses heiligen Bekenners. Hilf uns, an der Botschaft festzuhalten, die er verkündet hat, und gib, dass wir unter seinem Schutz dich tiefer erkennen und inniger lieben.
Ja, gib uns, dass wir dich tiefer erkennen und inniger lieben. Amen.

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