Navi Button
Bistum Chur

Predigt von Bischof Vitus Huonder anlässlich der Beerdigung von Msgr. Stephan Stocker am Samstag, 16. Januar 2016 in Tinizong GR (inkl. Lebenslauf)

MonsStockerMeine lieben Peter und Christoph,
liebe Angehörige des verstorbenen Mitbruders Msgr. Stephan Stocker

Hochwürdigster Herr Nuntius Gullickson
Hochwürdigste Exzellenzen und Prälaten
Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst
Brüder und Schwestern im Herrn

    
Der plötzliche Tod von Msgr. Stephan Stocker ist ein großer Schmerz für uns alle, für die Familienangehörigen, für das Bistum Chur, für den Heiligen Stuhl, für die Kirche. Von ganzem Herzen möchte ich allen mein Beileid aussprechen, ganz besonders den zwei Brüdern Peter und Christoph, ihnen und ihren Familien.
    Die drei Brüder! So sind sie mir vertraut. So habe ich sie erlebt, hier in dieser Kirche, bei der Bestattung ihres lieben Vaters. So habe ich sie in Erinnerung, als ich vor vielen, vielen Jahren die Familie Stocker, zu jener Zeit wohnhaft in Kloten, kennen lernen durfte. Ich war damals Pfarrer der Pfarrei Egg bei Zürich. Das war in den achtziger Jahren. Stephan kam eines Tages bei mir vorbei. Er wollte, bereits Student der Theologie, einfach einmal den Pfarrer von Egg sehen. Es muss im Jahre 1985 gewesen sein. Auf diese Weise knüpfte er mit mir den ersten Kontakt und wurde mir teuer wie ein Sohn. Das wirkte sich derart aus, dass er sich später für die Besprechung einer brennenden Frage bei mir meldete.
    Wir lebten in der Zeit nach dem Konzil in einer religiös sehr schwierigen Situation. Wie konnte sich da ein kirchlich gesinnter, gläubiger junger Mann für das Priestertum entscheiden? Das war die Frage. Und wenn er sich für das Priestertum entschied, wo sollte er dann wirken? Das war eine weitere Frage von Stephan, eine Frage, welche ihn hin und her riss. Mit diesen Frage kam er zu mir. Ausgedeutscht hieß das: Sollte er sich in die Diözese Chur inkardinieren lassen? Sollte er sich überhaupt weihen lassen? Wie sollte er vorgehen? Wir konnten dann miteinander ein beruhigendes Gespräch führen. Ich konnte Stephan die Wichtigkeit des Priestertums aufzeigen. Denn die Kirche erneuert sich vor allem durch gute, treue Hirten, durch gute, treue Priester.
    Nach einer angemessenen Bedenkzeit war Stephan bereit, durch die Auflegung der Hände von Bischof Johannes Vonderach die Diakonenweihe zu empfangen. Sie erfolgte in der unteren Ranftkapelle, also nicht weit entfernt von der Zelle des Heiligen Bruder Klaus, in einer gewissen Verborgenheit. Das war auch ein Ausdruck dessen, dass die Kirche in kritischen Zeiten oft im Verborgenen wächst und neue Triebe hervorbringt. Die Weihe fand am 25. September 1987 statt, am Hochfest des Patrons unseres Landes.  
    Als Gegensatz dazu zeichnete sich der nächste bedeutende Schritt ab. Von der Stille und Bescheidenheit der Ranftkapelle führte die Vorsehung den jungen Diakon nach Rom. Dort wurde er am 29. Mai 1988 von Papst Johannes Paul II. in der Petersbasilika zum Priester geweiht. Seine erste heilige Messe feierte er im Heiligtum in Mentorella, nicht weit von Rom entfernt, in den Bergen, die er so sehr liebte – und die er immer auch bezwang. War er doch ein leidenschaftlicher Bergsteiger. Die Heilige Stadt blieb von da an für seinen weiteren Weg entscheidend. Nach einem kurzen pastoralen Einsatz in der Herz-Jesu-Pfarrei Zürich von 1992 bis 1993 begann das Studium, welches ihn für die Arbeit im Dienste des Heiligen Suhls bestimmen sollte. Aus diesem Dienst holte ihn der Herr am 10. Januar dieses Jahres heim, am Fest der Taufe Christi.
    Carissimi, ho sempre cercato di spiegare a Stephan, come ho appena esposto, che la Chiesa si rinnova soprattutto tramite buoni sacerdoti, sacerdoti fedeli. Stephan era un uomo profondamente ecclesiale. Gioiva con la Chiesa. E soffriva con la Chiesa. Questa sofferrenza si è sicuaramente riversata anche sul suo fisico. Il rinnovamento della Chiesa glie stava molto a cuore. Durante il suo servizio diplomatico nel Vaticano dirigeva ripetutamente il mio sguardo verso un punto ben preciso: portava continuamente alla mia attenzione l’importanza della nomina di buoni vescovi e quanta accuratezza fosse necessaria nella ricerca di candidati idonei. Emergeva ed emerge così una conplementarietà di due importanti necessità che può essere formulata in questo modo: la Chiesa ha bisogno di buoni pastori, fedeli, uomini di fede; i sacerdoti hanno bisogno di buoni vescovi, fedeli, uomini di fede; i vescovi a loro volta, però, possono compiere il loro ministero solamente mediante buoni sacerdoti, fedeli, uomini di fede. Possa il Signore farci doni di ciò e condurre così la Chiesa al suo compimento. Preghiamo affinché questo si avveri – ma non dobbiamo solamente pregare, dobbiamo anche impiegare tutta la nostra forza, il nostro cuore e la nostra mente, il nostro lavoro e il nostro operare per questo scopo. Certamente, Stephan manifesterà di persona questa nostra richiesta al Signore, con tutta la forza del suo temperamento!
    Con queste parole desidero unirmi al ringraziamento es-
presso da S. Em., il Cardinale Pietro Parolin il 13 gennaio scorso nella Cappella del Governatorato: „Oggi vogliamo ringraziare il Signore per la vita e il ministero del nostro caro Mons. Stephan, chiedendogli di accoglierlo nella dimora che ha preparato per lui. Vogliamo affidarlo, inoltre alla Beata Vergine Maria, a cui era molto devoto. In particolare, nutriva un grande amore per il Santuario mariano della Mentorella, dove ha celebrato la sua prima Messa e che è stato spesso mèta delle sue passeggiate. Mi piace pensare che adesso Mons. Stephan sale le vette con un altro devoto di questo Santuario e amante della montagna, San Giovanni Paolo II.“
    Meine Lieben, es ist ein Werk der Barmherzigkeit für die Verstorbenen zu beten. Daran wollen wir uns ganz besonders in diesem Jahr der Barmherzigkeit erinnern. Es ist ein Werk der Barmherzigkeit für die Verstorbenen das heilige Messopfer darzubringen. Dieses Bewusstsein ist unter unseren Gläubigen beinahe verschwunden. In diesem Sinn und Geist der Barmherzigkeit beten wir für unseren lieben Verstorbenen Stephan, damit er, wie es die Lesung aus dem Buch der Weisheit beschreibt, das Reich der Herrlichkeit aus der Hand des Herrn empfange und die Krone der Schönheit (vgl. Weish 5,16).
    Wir selber wollen uns ganz dem Herrn überlassen, der uns die trostvollen Worte hinterlassen hat: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11,25-26). Im Glauben an den Herrn ist der Tod überwunden. Im Glauben an den Herrn stehen wir alle – die Lebenden und die Verstorbenen – in einem neuen Leben drin, auch wenn dieses Leben noch verborgen ist und erst am Ende der Zeiten offenbar wird. Aber es ist bereits Wirklichkeit. In diesem Glauben übergeben wir uns ganz dem Herrn und seinem Willen. Dieser Glaube kommt im Lieblingsgebet des seligen Rupert Mayer (1876-1945) in wunderbarer Weise zum Ausdruck. Dieses Gebet hat sich Stephan bei seiner Einladung zur Priesterweihe und zur Primiz zu eigenen gemacht. Deshalb steht es auf der Todesanzeige des lieben Verstorbenen. Mit diesem Gebet möchte ich denn auch schließen:
Herr, wie Du willst, soll mir gescheh’n, und wie Du willst, so will ich geh’n, hilf Deinen Willen nur versteh’n. / Herr, wann Du willst ist es Zeit, und wann Du willst, bin ich bereit heut und in alle Ewigkeit. / Herr, was du willst, das nehm’ ich hin, und was Du willst ist mir Gewinn; genug, dass ich Dein Eigen bin. / Herr, weil Du’s willst, drum ist es gut, und weil Du’s willst, drum hab ich Mut, mein Herz in Deinen Händen ruht. Amen.

Lebenslauf von Msgr. Dr. Stephan Stocker

Todesanzeige Msgr. Dr. Stephan Stocker