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Bistum Chur

Predigt von Bischof Vitus Huonder anlässlich der Firmung in Urdorf ZH am Sonntag, 1. September 2013

Liebe Firmlinge,

ich glaube, ich mache Eurem Pfarrer eine Freude, wenn ich heute Bayern München erwähne. Doch tue ich es natürlich auch, weil das, was ich über Bayern München gelesen habe, den Bezug zur Firmung ermöglicht. Letztlich kommt es also nicht auf Bayern München an. Es geht um das Fußballspiel – und die Firmung. Somit lässt sich die Freude Eures Pfarrers auf Euch alle übertragen. Es ist also eine geteilte Freude

Vor einigen Wochen war in einer unserer Zeitungen zu lesen: „Bayern München ist erfolgreich in die neue Saison gestartet“, und „Guardiola dirigiert die Bayern zum Sieg.“ Wie Ihr bestimmt wisst, ist Pep Guardiola Trainer des berühmten Fußballclubs. Wir könnten also von der Bedeutung eines Trainers für einen Club sprechen. Aber im selben Artikel konnte ich noch einen anderen wichtigen Satz für die Firmung lesen. Da hieß es: „Letztlich erzwangen die Münchner mit einzelnen Geistesblitzen den Sieg“.

Nun, der Bezug zur Firmung beruht auf den drei Aussagen „in die neue Saison gestartet“, „zum Sieg dirigiert“ und „mit einzelnen Geistesblitzen“. Zum ersten: Die Firmung ist auch eine Art Start in eine neue Saison. Ihr werdet gefirmt, um einen neuen Abschnitt Eures Lebens zu beginnen, den Abschnitt des gestärkten Glaubens, des selbständigen Glaubens und der Vermittlung des Glaubens. Die Firmung ist eine Stärkung des Glaubens. Wie es das Wort Firmung sagt, werdet Ihr im Glauben gefestigt. Dadurch könnt Ihr den Weg des Glaubens, den Weg mit Gott und zu Gott selbständig gehen, oder Ihr solltet in selbständig gehen können. Das heißt nicht, losgelöst von der Gemeinschaft. Denn Glaube bewirkt Gemeinschaft; aber Ihr sollt in dieser Gemeinschaft zu tragenden Säulen werden – das meine ich mit „selbständig“. Dann wirkt sich Euer Glaube auf Eure Umgebung aus. Ihr werdet den Glauben vermitteln können. Ihr werdet zu dem, was man von einem Gefirmten erwartet: Ihr werdet zu Zeugen des Glaubens.

Die Firmung führt, dirigiert – damit berühren wir die zweite Aussage – zum Sieg. Der Heilige Geist, der sich durch die Firmung in einzigartiger Weise um Euch annimmt, leitet Euch an. Er führt Euch zum Sieg. Darüber spricht Jesus im heutigen Evangelium ganz am Schluss: „Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten“ (Lk 14,14). Wir schreiten also auf die Auferstehung der Gerechten zu, auf das Leben nach dem Tod, auf die Vergeltung bei der Auferstehung der Gerechten. Das ist der Sieg. Zu diesem Sieg verhilft uns der Heilige Geist.

Und noch ein Wort zur letzten Aussage aus dem Bericht über Bayern München. Da heißt es, die Spieler hätten den Sieg durch einzelne Geistesblitze erzwungen. Diese Geistesblitze sind auch in Eurem Leben als gläubige Christen nötig. Es muss Euch gehen wie den Aposteln in der Lesung, welche berichtet: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“ (Apg 1,4). Wir werden in unserem Leben immer wieder vor Situationen gestellt, da wir den Heiligen Geist in einem besonderen Maß brauchen, da wir den „Geistesblitz“ brauchen, damit wir die rechte Lösung finden, das rechte Wort, das rechte Verhalten. Die Firmung soll Euch die Hilfe des Heiligen Geist zusichern, seine Eingebung, seine Geistesblitze.

Startet also mutig in die neue Saison, lasst Euch zum Sieg, zur Auferstehung der Gerechten, leiten, bittet immer wieder um die Geistesblitze, damit Ihr recht entscheidet: im Sinne Gottes, im Sinne unseres Herrn Jesus Christus. Amen.