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Bistum Chur

Predigt von Bischof Vitus Huonder beim Schlussgottesdienst der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt 2016

Brüder und Schwestern im Herrn,

wir machen uns wiederum auf den Weg in unsere Heimat. Auch eine Wallfahrt steht unter dem Zeichen des Vorübergehenden und des Vergänglichen. Ja, in sich ist die Wallfahrt das Zeichen des Vorübergehenden und Vergänglichen. Sie ruft uns in Erinnerung: Wir sind unterwegs. Wir sind Fremde und Gäste hier auf Erden. So sagt es der Brief an die Hebräer (Hebr 11,13).

   Eine Wallfahrt sagt uns aber auch: Wir sind unterwegs zur ewigen Heimat (vgl. Hebr 11,15-16). Sie schenkt uns neues Vertrauen in Gottes Führung. Dieses Vertrauen gewinnen wir heute vor allem durch die Worte des Evangeliums: „Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag“ (Joh 8,39).

   Lourdes verlassen, sich von hier aus auf den Weg machen, in den Alltag zurückkehren, bedeutet immer auch, das große Geheimnis von Lourdes mit sich tragen, mit nach Hause tragen. An dieses große Geheimnis möchte ich erinnern, indem ich nochmals auf die Worte der heiligen Bernadette zurückgreife. Wir haben an der Grotte Worte aus einem ihrer Brief betrachtet. Im selben Brief schreibt sie: „Vierzehn Tage ging ich hin, und jeden Tag erschien die Dame außer an einem Montag und Freitag. Jedesmal trug sie mir auf, die Priester an den Bau der Kapelle zu mahnen. Jedesmal forderte sie mich auf, mich in der Quelle zu waschen und um die Bekehrung der Sünder zu bitten“. Auch wir wollen diesen Auftrag entgegennehmen, ihn mit nach Hause nehmen und im Sinne der Gottesmutter für die Bekehrung der Sünder beten, immer im Bewusstsein, dass es um das ewige Heil der Menschen geht. Dieses Gebet, dieser Auftrag wird begleitet von der überwältigenden Offenbarung von Lourdes. Sie wollen wir stets im Herzen tragen: „Öfters fragte ich sie“, so schreibt die heilige Bernadette weiter, „wer sie sei, aber sie lächelte nur. Zuletzt sagte sie mir, die Arme und die Augen zum Himmel erhoben: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“.

   Was bedeutet diese Offenbarung, was bedeutet diese Wahrheit. Sie ist der Höhepunkt der Barmherzigkeit Gottes. Warum? Weil ein Mensch – Maria – durch Gottes Gnade befähigt wurde, dem Sohn Gottes das menschliche Leben zu schenken und auf diese Weise die Erlösung zu ermöglichen. Ohne dieses Wunder der Unbefleckten Empfängnis Marias, hätten wir nicht die Worte unseres Herrn vernommen, diese trostreichen und hoffnungsvollen Worte: „Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag“ (Joh 8,39). Am Anfang dieser Worte, am Anfang dieses Willens Gottes, keinen verloren gehen zu lassen, steht die unbefleckt empfangene Gottesmutter. Mit diesem Wunder hat der Weg der Erlösung begonnen. Mit der Unbefleckten Empfängnis wird er dann vollendet, wenn wir mit Maria sowie mit allen Engel und Heiligen in das ewige Gotteslob einstimmen dürfen. Mit neuem Vertrauen, mit neuer Kraft, mit neuer Begeisterung gehen wir von Lourdes weg, um diesem ewigen Ziel entgegenzugehen. Amen.

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