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Die wichtigsten Restaurierungsobjekte

DIE WESTFASSADE

700 Jahre in Wind und Wetter
Die zur Hofseite gerichtete Westfassade der Kathedrale Chur ist die zweitälteste Hausteinfassade im Kanton Graubünden und damit ein wertvoller Zeuge der Bau-geschichte des 13. Jahrhunderts.
Die Wand setzt sich aus verschiedenen Typen von Scalärasteinen aus der Region Chur zusammen, die der Fassade ein archaisches Aussehen geben. Unterhalb des Giebels ändert sich die Linienführung des Mauerwerks. Dies könnte auf Schäden zurückzuführen sein, die beim grossen Erdbeben von Churwalden im Jahr 1297 möglicherweise an der damals noch jungen Kathedrale entstanden.

Doch am meisten haben der Westwand Regen, Wind und Sonne zugesetzt. Die den Witterungen am stärksten ausgesetzte Giebelpartie weisst grosse Fehlstellen und lose Teile auf, die - ungesichert - jederzeit herabstürzen könnten. Die vielschichtigen Scalärasteine haben sich teilweise aufgespaltet oder Risse gebildet. Über 80% aller Fugenmörtel sind entweder defekt oder fehlen gänzlich. Die dadurch eindringende Feuchtigkeit beschleunigt den Verwitterungsprozess der Wand.

Die Westfassade der Kathedrale.
Links nach einem Regenschauer, rechts im trockenen Zustand.

Den Verwitterungsprozess verlangsamen
Das heutige Restaurierungskonzept, das von Fach-leuten aus der Schweiz und Deutschland erstellt wurde, hat zum Ziel, den fortschreitenden Korrosionsprozess der Westwand aufzuhalten. Bereits 2002 wurden hierfür umfangreiche Analysen des Mauerwerks und der Fugenmörtel vorgenommen. So konnten vor Arbeitsbeginn die geeignetsten Materialien bestimmt werden, die für die Ausbesserung von Hohlräumen, Rissen, Fehlstellen und Fugen verwendet werden sollen und damit eine dauerhafte Konservierung des alten Gemäuers gewährleisten

Seit Mitte Mai 2003 bis voraussichtlich Ende Oktober 2004 - der Terminplan hängt von den gegebenen Witterungsverhältnissen ab - arbeitet ein vierköpfiges Team von Fachleuten an der Restaurierung der Westfassade. Die Arbeiten haben in luftiger Höhe im am stärksten verwitterten Giebelbereich begonnen und werden von oben nach unten ausgeführt.

Keine augenfällige Veränderung
Die Kunst der Restaurierung besteht darin, an der Fassade keine sichtbare Veränderung vorzunehmen sondern den Charakter des Mauerwerks möglichst unverändert zu erhalten. Etwas anders sah es in früheren Zeiten aus. Zur Zeit ihrer Entstehung war die Fassade der Kathedrale Chur mit einer Kalktünche weisslich geschlämmt worden. In der Barockzeit erhielt sie eine ockerfarbene Schlämmung. Von beiden sind nur noch Farbreste übrig. Die Westfassade ist heute "steinsichtig", präsentiert sich also in den grau-bräunlichen Farben der Scalärasteine. Das heutige Restaurierungskonzept sieht eine neutrale Schlämmung der fertig restaurierten Fassade vor, die sich wie eine schützende Schicht um das Mauerwerk legt.

Jeder Meter zählt
Wer die Kathedrale durch das Hauptportal betreten möchte, nähert sich ihr von der Westseite. Diese dem Hof zugewandte Wand der Kathedrale vermittelt dem Besucher damit auch den ersten und wichtigsten Eindruck des Bauwerks.

Für die Restaurierung eines Quadratmeters der Westfassade werden rund 3'300 Franken benötigt. Insgesamt sind es rund 250m2 Mauerwerk, die Zentimeter für Zentimeter gesichert und behandelt werden müssen. Und hier sind wir auf Spenden grossherziger Gönner angewiesen, denn die gesprochenen die Gelder der öffentlichen Hand und der Kirche reichen nicht aus, um die Kathedrale innen und aussen zu restaurieren. Jeder Quadratmeter der Westfassade, der dank einer Spende finanziert werden kann, ist ein grosser Schritt, um die Kathedrale Chur wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Mit einer Spende tragen Sie zur Finanzierung der Restaurierungsarbeiten bei und haben damit Anteil an der Rettung dieses grossartigen Bauwerkes. Herzlichen Dank!


Kritik, Anregungen: webmaster@bistum-chur.ch

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