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Die wichtigsten Restaurierungsobjekte

DAS WESTFENSTER

Glaskunst aus Paris
Das Rundbogenfenster über dem Hauptportal beeindruckt durch seine Grösse - es misst drei Meter in der Breite und siebeneinhalb Meter in der Höhe. Wenn die Sonnenstrahlen in den Nachmittags- bzw. Abendstunden ihren Weg durch die farbigen Scheiben finden, tauchen sie das Innere der Kathedrale in ein mildes Licht. Der Betrachter fühlt sich in diesen Momenten an Kathedralen in Frankreich erinnert, und in der Tat stammt das 1884 geschaffene Westfenster aus dem Pariser Atelier Lavergne, dazumal eine der ersten Adressen für Glaskunst.

Das Fenster wurde im Gedenken an die polnischen Gräfin Elisabeth Tyszkiewicz in Auftrag gegeben, die 1883 in Graubünden verstarb. Es war zugleich eine Huldigung an Ihre Namenspatronin Elisabeth von Thüringen, die im frühen dreizehnten Jahrhundert lebte. Wichtige Ausschnitte aus deren Leben, das den Armen und Kranken gewidmet war, sind auf den drei Medaillons auf dem Westfenster dargestellt.

Einfühlsame Eingriffe
Der Zustand des Westfensters erscheint auf den ersten Blick zufriedenstellend, doch bei genauerem Hinsehen sind viele Mängel erkennbar, die durch Alter und Witterungseinflüsse entstanden sind. Eine Restaurierung des kostbaren Fensters ist daher unabdingbar, um seine Schönheit auch für kommende Jahrzehnte zu bewahren.

Die anfallenden Arbeiten umfassen das sorgfältige Reinigen des Fensters, das Nachkitten der Bleinetze und das Überprüfen und Erneuern von Kittfugen. Sprünge einzelner Glasfelder sollen durch Notbleie oder Kleben gesichert werden. Zudem ist geplant, eine Aussenschutzverglasung anzubringen, um eine weitere Schädigung der Emaillefarben und Lasuren auf dem Fenster durch Witterung und Schadstoffe zu vermeiden und die teilweise noch originalen Fensterverbleiungen zu entlasten. Die Anbringung des Aussenfensters bedingt das Nach-Innen-Versetzen des Westfensters. Erwünschter Nebeneffekt: Der Orgelbereich wird durch eine Schutzverglasung an der Wetterseite besser isoliert.

Tradition der Stiftung

Das grosse Westfenster in der Kathedrale Chur konnte vor 130 Jahren dank einer grosszügigen, privaten Spende gefertigt werden. Heute sind wir auf der Suche nach einem Gönner, der diese Tradition weiterleben lässt und die notwendige Restaurierung des Westfensters, die im August 2003 beginnen sollen, ermöglicht.



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