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Priesterjahr 2009/2010 Radioansprache
von Bischof Vitus Brüder und Schwestern im Herrn Heute feiern wir den heiligen Apostel Bartholomäus. Der Name Batholomäus wird in der Tradition mit dem Namen Nathanael verknüpft. Nathanael Bartholomäus ist tatsächlich eine sinnvolle Verbindung, nämlich Nathanael, der Sohn des Tholomäus oder Tholomai. Anderseits hat der Name Nathanael eine wunderschöne Bedeutung, nämlich Geschenk, Gabe Gottes. Ein Apostel ist ein Geschenk Gottes, da durch ihn die schönste Gabe Gottes bekannt und verkündet wird: Jesus Christus, Gottes Sohn. Gerne möchte ich dieses Fest in den Zusammenhang des Priesterjahres stellen. Das Priestertum hat durch den Bischof und mit ihm verbunden eine apostolische Dimension. Der Bischof steht ja in der Nachfolge der Apostel und setzt deren Amt und Auftrag fort. Im Bischof ist das Apostelamt gegenwärtig, in unsere Zeit hineinragend. Dieses hat für die Kirche ihre große Bedeutung. Denn darin ist der Herr uns nahe, wie er den Aposteln nahe war. Darin ist auch das Zeugnis der Apostel, das aus ihrem persönlichen Erleben heraus kommt, gegenwärtig. Wenn es heißt, die Kirche sei apostolisch, heißt das eben auch, die Kirche sei frisch und jugendlich wie zur Zeit der Apostel. In ihr wird die ganze Kraft und Stärke der Anfänge erfahrbar. An diesem apostolischen Amt und Auftrag des Bischofs nimmt der Priester teil. So wird auch der Priester zu einer Gabe Gottes, zu einem Geschenk Gottes für das Gottesvolk und für die ganze Menschheit. Mittelbar trägt er das apostolische Fundament der Kirche mit. Er wird mit dem Bischof zusammen dadurch auch zum Garant der apostolischen Lehre, oder etwas herausfordernder gesagt, er muss durch eine sorgfältige Weitergabe und Darlegung des Glaubens zu diesem Garant werden. Im Priester muss diese apostolische Eigenschaft der Kirche Gestalt annehmen. Dabei muss dem Priester immer wieder der letzte Sinn seines Priestertums gegenwärtig bleiben, nämlich das Heil der Seelen. Der Priester ist in erster Linie ein Geschenk Gottes, damit alle Seelen, alle Menschen, zur ewigen Glückseligkeit gelangen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Stelle aus dem Schreiben des Heiligen Vaters, Benedikt XVI., zum Beginn des Priesterjahres zurückgreifen. Der Papst weist darin auf den heiligen Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney, hin. Der Heilige litt an seiner Unzulänglichkeit und fühlte sich des verantwortungsvollen Dienstes in der Pfarrei unwürdig. "Trotzdem", so der Heilige Vater, "blieb er in vorbildlichem Gehorsam stets an seinem Posten, denn die apostolische Leidenschaft für das Heil der Seelen verzehrte ihn." Durch die apostolische Leidenschaft, durch diesen, von den Aposteln überkommenen Kraftstrom kann der Priester seiner Aufgabe, dem Heil der Seelen zu dienen, gerecht werden. Die apostolische Begeisterung für Christus und sein Reich soll im Priester weiterleben und ihn immer wieder vor Abstumpfung bewahren. Nathanael, der Sohn des Tholomai, wird oft mit einem Messer und mit einem geschundenen Kopf dargestellt, oder seine Kopfhaut in der Hand haltend. Das Bild erweckt Grauen und Entsetzen, anderseits bringt es in Erinnerung, wie weit der apostolische Eifer auch des Priesters gehen muss: Bis zur letzten Hingabe, bis zum äußersten Schmerz. Es ist so, wie der Heilige Vater bemerkt: "Die Seelen sind mit dem Blut Jesu erkauft, und der Priester kann sich nicht ihrer Rettung widmen, wenn er sich weigert, sich persönlich an dem teuren Preis' ihrer Erlösung zu beteiligen." Möge der heilige Bartholomäus seinen Herrn mit "apostolischem Eifer" um viele, gute Priesterberufungen bitten. |
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