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Priesterjahr 2009/2010 Wort des Bischofs Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, bald geht das Priesterjahr zu Ende, ein Jahr der Besinnung auf das Priestertum, ein Jahr des Gebetes für die Priester, ein Jahr der Bitte um Priester. Der Heilige Vater hat uns in diesem Jahr zusammen mit seinen Mitarbeitern zahlreiche Anregungen und Hilfen angeboten. Vor allem möchte ich an das Schreiben vom 16. Juni 2009 zum Beginn des Priesterjahres anlässlich des 150. Jahrestages des “Dies natalis” von Johannes Maria Vianney erinnern. Dafür sind wir ihm dankbar. Dieses Schreiben wird uns als geistlicher Impuls weiterhin begleiten. Bei verschiedenen Gelegenheiten und Anlässen habe auch ich versucht, auf dieses Jahr aufmerksam zu machen und das Thema über unsere Homepage gegenwärtig zu halten, beginnend mit dem Wort zum Herz-Jesu-Fest 2009. Anderseits hat dieses Jahr mich darin bestärkt, die Begegnungen der Priester mit dem Bischof vermehrt zu pflegen und vor allem auch die Priestertage, wie sie seit dem Herbst 2008 bestehen, weiterhin anzubieten. Es stellt sich die Frage der Nachhaltigkeit dieses Priesterjahres. Welche Impulse gibt es uns weiter? Welche Zeichen können wir setzen? Beim vergangenen Priestertag am 10. Mai 2010 habe ich vor allem auf die Solidarität der Priester untereinander hingewiesen. Eben die Diskussionen der jüngsten Vergangenheit rund um unsere Kirche zeigen uns, wie wichtig es ist, dass Priester zueinander Vertrauen haben und sich gegenseitig Stütze und Hilfe sind. Der Priester darf nicht vereinsamen und sich auch nicht ins Schneckenhaus zurückziehen. Deshalb möchte ich priesterliche Kerngemeinschaften in der seelsorglichen Landschaft unseres Bistums gerne fördern und die Priester ermutigen, dem Personalrat diesbezüglich Vorschläge und Anregungen zu machen. Alle müssen wir aber ebenso darum besorgt sein, dass Zentren der vita communis auch rein äußerlich, baulich entstehen können. Um die Solidarität zu pflegen, gibt es glücklicherweise schon verschiedene Priesterzusammenschlüsse, denen einige von Euch angehören und bei denen sie mitmachen. Das soll auch weiter so bleiben. Dafür bin ich dankbar. Wir dürfen dabei jedoch nicht vergessen, dass wir als Priester einer Diözese bereits in eine Gemeinschaft eingebunden, und dass wir der Priesterfamilie unseres Bistums verpflichtet sind. Manchmal stelle ich mir die Frage: Werden wir nicht nur äußerlich, eben durch die Realität des Bistums, zusammengehalten? Bemühen wir uns genügend um eine geistig-geistliche Verbundenheit, und tragen wir dazu bei, dass der Sinn für die Familie, für die Priesterfamilie, wächst und gefestigt wird? Zwischen Bischof und Priestern muss es doch mehr geben als die Verbindung durch Ernennungsdekrete und allfällige kirchenrechtliche Weisungen. Zwischen Priestern und Priestern muss es mehr geben als die Zustellung von Dokumenten zur amtlichen Behandlung und von Anfragen wegen Vertretungen. Es sollte wirklich ein Klima eines herzlichen Miteinander und mitbrüderlichen Wohlwollens entstehen. Vor allem muss uns das Band des Glaubens der Kirche zusammenhalten und das solide Fundament gemeinsamen Denkens und Handelns legen. Dies ist die Voraussetzung der Einheit und der Brüderlichkeit. Bei der Installationsfeier zweier neuer Domherren am 17. Mai 2010 habe ich zum Thema der priesterlichen Verbundenheit einige Gedanken geäußert. Diese Worte an die Adresse der Domkapitularen sind jedoch Worte, welche die Priester im allgemeinen betreffen. Deshalb stelle ich Euch diese Ansprache gerne zur Verfügung und möchte damit meinerseits das Priesterjahr abrunden und ihm eine gewisse Perspektive geben. Liebe Mitbrüder, ich bin Euch allen zu Dank verpflichtet für Eure Arbeit im Weinberg des Herrn, für Euer Wirken zum Heil der Seelen und für Euer Gebet und möchte dies anerkennend zum Ausdruck bringen. Lasst Euch nicht entmutigen, im Gegenteil freut euch, dass Ihr am großen Werk unseres Herrn mit bauen dürft und mit beteiligt seid. Es soll Euch allen zum Segen und auch zur persönlichen Erfüllung gereichen. So grüße ich Euch herzlich und lasse Euch gerne meinen bischöflichen Segen zukommen. Euer Bischof
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