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Ansprache von Bischof Vitus Huonder am 19. Juni 2015 zum Abschluss des Studienjahres 2014/2015 an der Theologischen Hochschule Chur

Sehr geehrte, liebe Freunde und Gäste,

diese Schlussfeier steht im Zeichen der neuen Enzyklika unseres Heiligen Vaters, Papst Franziskus: Laudato si. Indem er mit den Eingangsworten seines Rundschreibens auf den Lobpreis des heiligen Franz anspielt, taucht er uns in die Spiritualität des Heiligen von Assisi ein und zeigt uns den Weg, auf dem wir der Sorge um unser „gemeinsames Haus“ – die Welt, in der wir leben und in der wir unser Heil wirken – wahrnehmen sollen, nämlich ausgehend vom Schöpfer, und auf ihn zugehend. In diesem Sinn sind sicher auch die Worte zu verstehen, welche wir im neuen päpstlichen Schreiben lesen: „Es gibt keine Ökologie ohne eine angemessene Anthropologie“ (118). Dabei meint der Heilige Vater nicht nur eine Binnen-Anthropologie – eine Anthropologie der innerweltlichen Selbstbespiegelung des Menschen – sondern eine Anthropologie, die sich der transzendenten Dimension unseres Wesens bewusst ist, und den Menschen von seiner „Offenheit auf das göttliche ‘Du’ hin“ betrachtet (119). Das ist denn auch eine der großen Aufgaben einer Theologischen Hochschule. 

   Damit möchte ich am Schluss des Studienjahres meinen Dank an die Professoren aussprechen, welche ihren Auftrag hier im Sinn und Geist dieser christlichen, katholischen Dimension wahrnehmen und wahrgenommen haben. Mein Dank geht auch an die Studierenden, die sich auf diesem Weg begeben und erkannt haben, dass sich ein Studium an einer Theologischen Hochschule nur in diese Richtung bewegen kann, soll es dem Auftrag dienen, den wir als Förderer und Hüter der Schöpfung und in Verantwortung seinem Urheber gegenüber erfüllen sollen.

   Heute möchte ich insbesondere den Stabwechsel erwähnen, welcher in diesem Jahr an unserer Theologischen Hochschule stattfinden soll: Das Rektorat geht von Frau Professor Dr. Eva Maria Faber an Herrn Professor Dr. Christian Cebulj über. Frau Dr. Faber führte ab den 1. August 2007, noch unter der Verantwortung meines geschätzten Vorgängers, die laufenden Geschäfte des Rektorats – gezwungenermassen eben wegen dem Bischofswechsel, der im Gange war. Mit dem 19. November 2007 konnte ich, nach Zustimmung der Kongregation für das Bildungswesen, die Ernennung ad triennium vornehmen. Am 25. März 2011 wurde Frau Dr. Faber alsdann für eine zweite Amtsperiode bestätigt. Für diese nun acht Jahre sorgfältiger Führung des Rektorates möchte ich herzlich danken.

   In einem Artikel zu Deus Caritas est – Enzyklika von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahre 2006 – setzt Frau Prof. Faber die folgenden Worte an den Anfang: „‘Engagierte Sorge um den Menschen’ und ‘faszinierte Verkündigung vom liebenden Gott’, so lautet der doppelte Notenschlüssel der ersten Enzyklika von Benedikt XVI.“ Gerne erinnere ich mit diesem „doppelten Notenschlüssel“, mir von der scheidenden Rektorin in die Hand gegeben, an diesen wichtigen Auftrag einer Theologischen Hochschule, und hoffe gerne, dass er sich auswirkt auf den Wohlklang, der von einer solchen Ausbildungsstätte ausgehen soll. Ich tue das mit einer gewissen Sorge, da ich gerade in vergangener Zeit feststellen musste, dass sich immer mehr unserer Priesteramtskandidaten nach einem Auswärts-Studium umsehen, dass andererseits die Hochschule jährlich massive Defizite verursacht. Für die Hochschule ist beides nicht unerheblich. Ich hoffe für die Zukunft der THC, dass wir beides in den Griff bekommen. Das sollte uns gelingen, wenn wir uns von der einfachen Mitte unseres Glaubens leiten lassen, wie es die scheidende Rektorin in ihrem erwähnten Artikel treffend formuliert: „Der christliche Glaube wird gleichsam auf seine ganz einfache Mitte – Gott ist Liebe – zurückgeführt, um dieses ganz Einfache für das menschliche Leben in dieser Welt zu erschließen“. Mit diesen Worten der scheidenden Rektorin wünsche ich allen eine gute Sommerpause.

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