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Treffen von Priestern, die ihr Amt aufgegeben haben, mit Bischof Vitus Huonder in Chur

Am 8. Februar 2019 hat sich Bischof Vitus Huonder in Chur mit Priestern getroffen, die ihr Amt aufgegeben haben. Wir dokumentieren in der Folge dazu den Text eines Teilnehmers, Kaspar Bachmann.

Chur, 13. Februar 2019
Dr. Martin Grichting
Generalvikar des Bistums Chur

 

Im vergangenen Jahr wurde die Anregung an Diözesanbischof Dr. Vitus Huonder herangetragen, er möge Priester, die ihr Amt aufgegeben haben, zu einem Treffen in Chur einladen. Der Einladung sind am 8. Februar 2019 zehn ehemalige Priester gefolgt. Unter ihnen waren 4 Weltpriester und 6 Ordensleute. Alle freuten sich über die Initiative des Churer Bischofs und dankten es ihm.

Auch der Bischof gab bei der Begrüssung seiner Freude über das Zustandekommen des Treffens Ausdruck und lud jeden einzelnen ein, über die Erfahrungen zu berichten, die wir beim Ausscheiden aus dem priesterlichen Dienst erlebten. Offen und ehrlich erzählte jeder seine Beweggründe, die zur Aufgabe des Priesteramtes führten. Es war für uns alle bewegend zu hören, mit welchen Schwierigkeiten die einzelnen zu kämpfen hatten, als sie auf dem harten Boden der Realität landeten. Obschon jede Austrittsgeschichte unterschiedlich verlief, stellten alle fest, dass man mit der rein theologischen Ausbildung geringe Chance auf eine Anstellung im ausserkirchlichen Bereich hat. Die meisten von uns wurden von finanziellen Problemen geplagt.

Bei allen herrschte die einhellige Meinung vor, dass der Zölibat kein Hindernis mehr sein sollte für die Ausübung des Priesteramtes. Genauso wie der Zölibat ein starkes Symbol für die Verbindung Christus mit der Kirche ist, gilt das auch für das Sakrament der Ehe. Trotz schmerzlichen Erfahrungen hielten alle ihre Treue zur Kirche aufrecht.

Im Verlauf der Diskussion wurden verschiedene Wünsche und Anregungen an den Bischof herangetragen. Es wäre zu begrüssen, dass Priester, die heiraten möchten, im kirchlichen Dienst weiterbeschäftigt werden oder das Amt als Pfarrer weiter ausüben dürfen, wenn dies von der betreffenden Pfarrei ausdrücklich gewünscht wird. Wünschenswert wäre auch die Gründung eines Finanz-Fonds, mit dem die Bemühungen eines Ex-Priesters beim Start einer Zweitausbildung oder bei der Jobsuche finanziell unterstützt würden.

Ferner wäre zu prüfen, ob im Theologiestudium vermehrt nichttheologische Fächer wie Psychologie, Betriebswirtschaft, Pädagogik, Management in Nonprofit-Organisationen angeboten werden sollten, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu vergrössern. Sicher wäre es ein Versuch wert, wenn eine Stelle im Ordinariat bei der Jobsuche behilflich sein könnte. Und schliesslich schlugen wir dem Bischof vor, das Thema: „viri probati“ voranzutreiben.

Alle waren erfreut, einem hörenden Bischof zu begegnen, der unsere Erfahrungen und Anliegen wohlwollend aufnahm. Er zeigte sich bereit, das Gehörte auch in die schweizerische Bischofskonferenz einzubringen. Er werde auch seinem Nachfolger darüber berichten und ihn motivieren, ein weiteres solches Treffen in die Wege zu leiten.

Beim anschliessenden Apéro im Rittersaal und beim Mittagessen im Restaurant Marsöl konnten wir in ungezwungener Weise unsere Gespräche mit dem Bischof weiterführen. Dankbar für diese Begegnung und beeindruckt von den unterschiedlichen Lebensgeschichten traten wir am Nachmittag die Heimreise an.

10.02.2019 / Kaspar Bachmann, Zürich

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