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Gründonnerstag, Messe vom Letzen Abendmahl: Homilie von Bischof Vitus Huonder

Liebe Firmlinge

Ihr kennt die sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe. Ihr wisst auch, dass die Sakramente auf Jesus zurückgehen. Wir sagen daher: Jesus hat die Sakramente eingesetzt. Ihr wisst überdies, warum unser Herr Pfarrer Euch heute Abend eigens zur heiligen Messe eingeladen hat. Heute, Donnerstag vor Ostern, ist der Tag, an dem Jesus uns das höchste Sakrament geschenkt hat: Die Eucharistie oder die heilige Messe. Vorhin hat es uns in der Lesung der heilige Paulus gesagt: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch … Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut (1 Kor 11,23-25).

Was hat dies aber mit der Firmung zu tun? Als Gefirmte müsst Ihr den Glauben gut kennen. Deshalb setzt Ihr euch in dieser Vorbereitungszeit mit dem Glauben stark auseinander. Ihr müsst wissen, was unser Glaube lehrt. Ihr müsst über den Glauben Auskunft geben können. Denn gefirmt sein heißt, gefestigt sein, im Glauben gefestigt sein. Ihr sollt einen festen Glauben haben und diesen Glauben auch leben. Sonst haltet Ihr nicht ein, was Ihr bei der Firmung versprecht.

Den Glauben gut kennen heißt auch, die heilige Messe gut kennen, die heilige Messe verstehen und die heilige Messe lieben. Denn wir haben als Christen die Verpflichtung, jeden Sonntag die heilige Messe zu besuchen. Ansporn zum Besuch der heiligen Messe soll aber in erster Linie die Tatsache sein, dass wir in der heilige Messe Jesus selber begegnen. Denn Jesus wird durch die Worte des Priesters in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig. Wir nennen den Augenblick, da dies geschieht, die heilige Wandlung. Die Gaben von Brot und Wein werden in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Deshalb sagen wir, dass Jesus unter den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig ist. Das ist der Grund, warum die Eucharistie für uns das höchste Sakrament ist. Wir nennen es auch das Allerheiligste, und ich bitte Euch, diesem Sakrament immer die höchste Ehrfurcht und die größte Liebe entgegenzubringen. Denn Ihr begegnet dem Herrn selbst. Das ist unser Glaube.

Ich war sehr traurig, als ich letzthin im Brief einer Mutter las: „Schon steht der Sonntag vor der Tür mit einem Gottesdienst, in dem sich die Kommunionkinder vorstellen. Eins davon ist meine Tochter. Das mit der Wandlung hat sie zwar noch nicht richtig verstanden, freut sich aber auf den Zmittag“. Meine Frage ist: Hat die Mutter die Wandlung richtig verstanden? Ich glaube nicht, sonst würde sie sich darum bemühen, der Tochter zu helfen, und nicht die Sache mit dem Hinweis auf den Zmittag ins Lächerliche zu ziehen.

Ich bitte Euch, liebe Firmlinge, das Geheimnis der Wandlung mit Respekt zu betrachten. Es genügt uns, durch den Glauben zu wissen, dass Jesus nach der Wandlung in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig ist und wir ihn daher bei der heiligen Kommunion in unser Herz aufnehmen. Wer in diesem Glauben zur heiligen Kommunion geht, weiß, was er tut. Das erwarte ich von Firmlingen – und dann erst recht von Gefirmten. Amen.

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