Bewusster Schritt zum Glauben: Fünf junge Erwachsene lassen sich taufen bzw. firmen - Blick in die Statistik

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Fünf junge Erwachsene zwischen 19 und 30 Jahren haben sich bewusst für die Taufe bzw. Firmung entschieden. Am Vorabend des Bettages werden sie in der Kirche St. Peter und Paul getauft bzw. gefirmt. Bischof Joseph Maria Bonnemain wird den feierlichen Gottesdienst persönlich leiten und die Sakramente spenden. Für die fünf Erwachsenen ist die Feier der Höhepunkt einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Glauben und zugleich der Beginn eines neuen Weges in der katholischen Kirche.

Was Erwachsene zur Taufe bewegt
Seit rund zwei bis drei Jahren stellt die Pfarrei St. Peter und Paul eine zunehmende Nachfrage nach der Erwachsenentaufe fest. Mittlerweile erreicht Pfarrer Stefan Staubli nahezu jede Woche eine Anfrage. Besonders häufig sind es Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.
Für Pfarrer Staubli ist diese Entwicklung bemerkenswert: «Immer wieder begegnen uns Menschen, die sich aus ganz persönlichen Gründen auf die Suche nach dem Glauben machen und sich bewusst für die katholische Kirche entscheiden.», so Stefan Staubli.


Fünf persönliche Entscheidungen
Aktuell bereiten sich fünf Erwachsene zwischen 19 und 30 Jahren auf den Empfang von Taufe bzw. Firmung und Eucharistie vor. Nach mehreren persönlichen Gesprächen mit Pfarrer Staubli haben sie sich bewusst für diesen Weg entschieden.
Ihre Beweggründe sind unterschiedlich und persönlich. Zwei der fünf jungen Erwachsenen erzählen ihre Geschichte, wie es dazu kam sich für die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche zu entscheiden.


Interviews mit zwei erwachsenen Firmlingen

  • Suzanna, angehende Opernsängerin im letzten Masterjahr an der ZHdK für klassischen Gesang. Ist 26 Jahre alt, findet den Zugang zu sich selbst über den Gesang. Sie ist getauft und wird sich firmen lassen.  


Wann entstand bei Dir erstmals der Wunsch, Dich firmen zu lassen?
Glaubensfragen haben mich schon seit meiner Kindheit beschäftigt. Vor rund zwei Jahren begann ich, mich intensiver damit auseinanderzusetzen. Ich las die Bibel und beschäftigte mich zunächst mit dem evangelischen und später mit dem katholischen Glauben. Dabei hatte ich viele Fragen. In der katholischen Theologie fand ich immer wieder klare und für mich überzeugende Antworten. Besonders wertvoll war der Austausch mit einer Person, die Theologie studiert.

Wie hat sich dieser Wunsch im Laufe der Zeit entwickelt, und was hat Dich darin bestärkt, diesen Schritt zu gehen?
Ich verspürte immer stärker den inneren Drang, dass Gott mich in die katholische Kirche ruft. Das war mir zunächst gar nicht recht und ich suchte bewusst nach Widersprüchen. Doch meine Fragen konnten immer wieder beantwortet werden. Dabei stellte ich fest, dass sich auch mein Menschen- und Gottesbild immer positiver veränderte.
2025 spürte ich, dass ich eine Entscheidung treffen musste. In einem Gebet Ende des Jahres bat ich um Klarheit, wohin mich mein Glaube führen soll. Im Januar hatte ich dann das Gefühl: Jetzt ist die Zeit reif. Und wie ich das erste Mal in die heilige Messe gegangen bin, so bin ich nicht mehr weggeblieben. Ich möchte mich von Gott überraschen lassen. Mein Gebet war: «Gott, wenn es Dein Wille ist, dann überzeuge mich.»

Was bedeutet die Firmung für Dich persönlich?
Die Firmung bedeutet für mich, ganz und klar zur katholischen Kirche und zu ihren Riten dazuzugehören. Sie ist für mich ein wichtiger Schritt auf meinem persönlichen Glaubensweg. Ich möchte diesen Weg offen und mit Vertrauen weitergehen und bin gespannt, wohin er mich führt.


Wie hat Dein persönliches Umfeld auf Deinen Entscheid reagiert?
Seit rund zwei Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit meinem Glauben und habe viele Gespräche darüber geführt – auch mit meiner Familie.
Meine Eltern unterstützen mich und werden bei der Firmung dabei sein. Auch von meinen Freunden und Kollegen bekomme ich positive Rückmeldungen. Sie sagen mir, dass ich durch meinen Glauben ruhiger und stärker verankert geworden bin. Besonders freue ich mich darüber, dass rund 30 Personen aus meinem Familien- und Freundeskreis zu meiner Firmung kommen werden.

 
Möchtest Du Dich künftig in der Kirche und in der Gemeinschaft einbringen?
Ich engagiere mich bereits als Kantorin und singe in verschiedenen Gottesdiensten mit. Vielleicht wird in Zukunft eine Katechetin aus mir. Ein Theologiestudium schliesse ich auch nicht aus. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wohin mich mein weiterer Weg führen wird.


Was würdest Du heute jemandem sagen, der ebenfalls über die Taufe bzw. Firmung als Erwachsene oder Erwachsener nachdenkt?
Die katholische Kirche ist über 2000 Jahre alt und eröffnet ein riesiges Feld an Fragen und Themen. Man sollte sich davon nicht einschüchtern lassen, sondern Fragen stellen und sich auf die Suche nach Antworten machen. Vieles kann man heute im Internet finden. Gleichzeitig ist es wichtig, mit Menschen persönlich ins Gespräch zu kommen und direkt nachzufragen. Für mich war gerade dieser Austausch sehr wertvoll.

 

  • Luca, 27 Jahre alt, ist Student und arbeitet nebenbei. Er wurde bereits getauft, hat die Erstkommunion empfangen und das Sakrament der Beichte gefeiert. Nun lässt er sich firmen.

Wann entstand bei Dir erstmals der Wunsch, Dich firmen zu lassen?
Ich wurde als Kind getauft, habe die Erstkommunion empfangen und die Beichte gefeiert. In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv mit dem Glauben auseinandergesetzt und dadurch meinen eigenen Weg zum Glauben gefunden. Ich habe mich bewusst für den katholischen Glauben entschieden. Deshalb war es für mich ein schlüssiger nächster Schritt, mich nun firmen zu lassen.

Wie hat sich dieser Wunsch im Laufe der Zeit entwickelt, und was hat Dich darin bestärkt?
Ich hatte schon immer einen guten Zugang zum Thema Glaube. Ich habe mich intensiv mit der Geschichte des Christentums beschäftigt und mich gefragt, ob und wie ich das glauben kann, was in der Bibel steht. Auch mit der Frage, wie die Bibel ausgelegt wird, habe ich mich auseinandergesetzt. Durch das Lesen der Bibel und die vielen Fragen, die daraus entstanden sind, bin ich Schritt für Schritt zum Glauben gekommen. Diese Auseinandersetzung hat mich schliesslich überzeugt.

Was bedeutet die Firmung für Dich persönlich?
Ich besuche seit rund einem Jahr regelmässig die Messe. Für mich bedeutet die Firmung, die Taufgnade zu vollenden und noch stärker in der katholischen Gemeinschaft anzukommen. Ich freue mich darauf, diesen Weg bewusst weiterzugehen und meinen Glauben immer mehr in mein Leben zu integrieren.

 
Wie hat Dein persönliches Umfeld auf Deinen Entscheid reagiert?
Ich habe dieses Thema zunächst eher für mich behalten. Mein Umfeld hat aber grundsätzlich positiv darauf reagiert. Für die Menschen, die mir nahestehen, war es letztlich ein ganz selbstverständlicher Schritt, dass ich mich firmen lassen möchte.


Möchtest Du Dich künftig in der Kirche und in der Gemeinschaft einbringen?
Mein Wunsch ist es, meinen Glauben bewusst in meinen Alltag zu integrieren. Heute besuche ich beispielsweise regelmässig die Anbetung. Dabei bin ich nicht nur als Teilnehmer dabei, sondern übernehme hin und wieder auch die Tagesverantwortung.


Was würdest Du heute jemandem sagen, der ebenfalls über die Taufe oder die Firmung als Erwachsene oder Erwachsener nachdenkt?
Ich würde Menschen ermutigen, die diesen Weg gehen möchten. Es lohnt sich, Fragen zu stellen, sich ehrlich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen und auch zu beten. Man muss nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort haben. Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen und offen dafür zu sein, wohin dieser Weg führt.

 

Ein besonderer Moment mit Bischof Joseph Maria Bonnemain

Die Feier findet am Vorabend des Bettages in der Kirche St. Peter und Paul statt. Bischof Joseph Maria Bonnemain wird den Gottesdienst persönlich leiten und die Sakramente spenden. Dass ein Bischof eine Feier der Erwachsenentaufe persönlich begleitet, ist ein besonderer und nicht alltäglicher Moment.
Die katholische Pfarrei St. Peter und Paul freut sich, die fünf Erwachsenen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und gemeinsam mit ihnen diesen besonderen Moment zu feiern.

 

Taufe, Firmung und Eucharistie von fünf Erwachsenen mit dem Bischof J. M. Bonnemain:
Samstag, 19. September 2026 , 18 Uhr
Kath. Kirche St. Peter und Paul, Winterthur

Medienmitteilung der kath. Kirche St. Peter und Paul, Winterthur.
Kontakt für Medien:
Elisabeth Leemann, Kommunikationsverantwortliche 052 224 03 85,
.

Fotos: Bistum Chur/zVg

Blick in die Statistik

Erwachsenentaufen- /firmungen 2021-2026 im Bistum Chur

2021       9 Taufen    38 Firmungen
2022     28                 43
2023     24                 39
2024     52                 68
2025     47                 68
2026     56                 83

 

Chur, 18. September 2026

Nicole Büchel
Kommunikationsverantwortliche Bistum Chur

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