Bericht über die Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz
Medienmitteilung der Schweizer Bischofskonferenz
Bericht über die 351. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz
Die 351. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) fand vom 2. bis 4. März 2026 in der Hôtellerie franciscaine von Saint-Maurice statt. Im Laufe der Versammlung tauschten sich die Mitglieder der SBK über die aktuelle Lage in mehreren Krisenregionen der Welt aus und beteten um Frieden. Zudem fanden Begegnungen mit Gästen sowie Vertreterinnen und Vertretern von verschiedenen Instanzen statt, geprägt von vertieften Beratungen zu kirchlichen Themen von nationaler Bedeutung.
Situation in Iran und Gebet
Die SBK zeigt sich besorgt über den Krieg in Iran und in weiteren, von Konflikten betroffenen Regionen. Im Geist der weltkirchlichen Verbundenheit schliesst sie sich dem jüngsten Appell von Papst Leo XIV. an: «Stabilität und Frieden werden nicht mit gegenseitigen Drohungen oder mit Waffen (…), sondern nur durch vernünftigen, echten und verantwortlichen Dialog aufgebaut», verbunden mit der eindringlichen Mahnung, «die moralische Verantwortung zu übernehmen und die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie zu einem irreparablen Abgrund wird». Am zweiten Tag der 351. Ordentlichen Versammlung wurden bei der Vesper in der Basilika der Abtei Saint‑Maurice besondere Fürbitten gesprochen und aller Leidenden gedacht. Die SBK ruft zu Besonnenheit, zur Einhaltung völkerrechtlicher Standards und zum Schutz des menschlichen Lebens sowie zur Wiederaufnahme ernsthafter diplomatischer Bemühungen auf.
Zukunft säen: Begegnung mit Gästen von Fastenaktion
Die Schweizer Bischofskonferenz empfing Frau Yolima Salazar Higuera und Frau Angela Gonzalez aus Kolumbien, begleitet von eine Delegation von Fastenaktion.
Die Gäste aus Kolumbien, die derzeit zahlreiche Orte in der Schweiz besuchen, stellten das Schwerpunktanliegen «Kolumbien: Ernährung, Solidarität und Rechte für ein gutes, würdevolles Leben (Buen Vivir)» vor und sensibilisierten für die langandauernde Konfliktlage in Kolumbien mit systematischen Menschenrechtsverletzungen, ausgeprägten sozialen Ungleichheiten (u. a. besitzt etwa 1 % der Bevölkerung 33 % des Nationalreichtums) und erheblichen negativen Umwelteinflüssen. Der Ansatz von Fastenaktion setzt bewusst auf Vielfalt und den Erhalt traditionellen Saatguts, da industrielles Saatgut die nötigen Anpassungen an lokale Bedingungen und den Klimawandel nicht zu leisten vermag (ein global relevantes Thema). Ziel ist es, besonders verletzliche Personen, Familien und Gemeinschaften in der Verbesserung von Lebensbedingungen, Ernährung und Rechten zu stärken und sie aktiv am Aufbau einer Kultur des Friedens zu beteiligen; Kinder und Jugendliche sind direkt einbezogen, was die sozialen Netzwerke vor Ort zusätzlich festigt.
Statuten des nationalen Strafgerichts
Die Statuten des künftigen nationalen Strafgerichts sind von den Mitgliedern der SBK unterschrieben, somit erlassen und werden an das höchste Gericht der apostolischen Signatur in Rom zur Approbation geschickt. Ist diese erfolgt, veröffentlicht die SBK das entsprechende Dekret und die Mitglieder des Gerichts werden ernannt. Voraussichtlich vor Ende des Jahres 2026 sollte das nationale Strafgericht seine Arbeit aufnehmen können.
Ausführungsbestimmungen zu den Assessments und Finanzierungsfrage
Als vorbeugende Massnahme gegen sexuellen Missbrauch im kirchlichen Umfeld wurden in der Schweiz im Frühling 2025 psychologische Eignungstests für zukünftige Seelsorgende eingeführt. Diese Massnahme hat sich gemäss einer ersten Bilanz bewährt. Deshalb soll die Implementierung fortgesetzt werden.
Die Schweizer Bischöfe haben nun einstimmig die Ausführungsbestimmungen zu den psychologischen Assessments verabschiedet. Sie regeln die Zuständigkeiten und den Umgang mit den Ergebnissen aus den Assessments. Diese sind ein wichtiger Beitrag zur Prävention und ermöglichen eine spezifische Förderung in der Ausbildung zukünftiger Seelsorgerinnen und Seelsorger. Die Schweizer Bischöfe sind zuständig für die Ausbildung und die Erteilung der Missio für Seelsorgende, während die Anstellung in den meisten Diözesen der Schweiz durch die Kirchgemeinden erfolgt. Die Schweizer Bischöfe verpflichten sich, ihnen die Informationen, die für die Anstellung relevant sind, zu geben (u.a. den Nachweis, dass das Assessment erfolgreich durchgeführt wurde). Das Generalsekretariat der Bischofskonferenz führt ein schweizweites Verzeichnis der Personen, die das Assessment absolviert haben, unabhängig von dessen Ergebnis. Dieses beinhaltet ausschliesslich den Namen der Person, Ort, Datum und Auftraggeber des Assessments für Rückfragen der Bischöfe und Ordensoberen, wenn sich Kandidaten aus anderen Diözesen oder Ordensgemeinschaften melden.
Die Assessments sind für die Mitglieder der SBK eine prioritäre Angelegenheit, deren Finanzierung sie längerfristig sicherstellen wollen.
Hostienproduktion in der Schweiz
Die SBK stellt fest, dass sich die Situation der klösterlichen Hostienproduzentinnen seit 2019 verändert hat und bekräftigt ihre klare Empfehlung, Hostien nach Möglichkeit aus nationaler Produktion zu beziehen. Mehrere Frauengemeinschaften bieten Hostien zu den auf der SBK‑Webseite ausgewiesenen Konditionen an; in der Südschweiz besteht derzeit keine klösterliche Produktion. Eine aktualisierte Übersicht der Anbieterinnen, Adressen und Preise wird bis zum 1. April 2026 finalisiert, im amtlichen Teil der Schweizerischen Kirchenzeitung (SKZ) veröffentlicht und allen Diözesen und Ordensgemeinschaften zugestellt.
Jährliche Begegnung mit dem Präsidenten und dem Generalsekretär der RKZ
Der Präsident der Römisch-katholischen Zentralkonferenz (RKZ), Herr Roland Loos, sowie der Generalsekretär der RKZ, Herr Urs Brosi, nahmen als Gäste an dieser OV für eine Arbeitssitzung teil. In einem offenen Austausch wurden verschiedene Themen, die in unterschiedlicher Weise sowohl RKZ als auch SBK betreffen, besprochen. Einmal mehr wurde klar, dass nur eine vertrauensvolle Zusammenarbeit dem Leben der katholischen Kirche in der Schweiz dienlich ist.
Besuch des Apostolischen Nuntius
Am Montagnachmittag empfing die Schweizer Bischofskonferenz den Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Martin Krebs, zu einem persönlichen Austausch.
Begegnung mit einer Delegation der Theologische und Ökumenische Kommission (TÖK)
Die Delegation der TÖK, bestehend aus Prof. Dr. Astrid Kaptijn (Präsidentin) und Prof. Dr. Eva-Maria Faber, präsentierte ihre Erfahrungen mit den bisherigen Mandaten und regte konstruktive Verbesserungen in der Zusammenarbeit an. Dies gilt in analoger Weise für alle Kommissionen und Gremien der SBK.
Die SBK dankt den beiden Professorinnen für diese offene und konstruktive Rückmeldung.
Regelmässige persönliche Begegnungen werden als wertvoll für eine vertiefte Zusammenarbeit angesehen.
Begegnung mit den diözesanen Kommunikationsverantwortlichen
Die Einladung an die Kommunikationsverantwortlichen der Diözesen und Territorialabteien zu einer Arbeitssitzung im Rahmen der OV unterstreicht deutlich die hohe Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen nationaler und diözesaner Ebene. Im gemeinsamen Gespräch wurden zentrale Themen sowie Informations- und Kommunikationswege beleuchtet. Ziel ist es, die Zusammenarbeit stetig weiterzuentwickeln und – wo sinnvoll – Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln.
Neben dem regelmässigen virtuellen Austausch erweisen sich punktuelle Treffen in Präsenz als wertvoll: Sie ermöglichen nicht nur eine direkte, unkomplizierte Klärung von Themen, sondern stärken auch das gemeinsame Verständnis und den Zusammenhalt. Dieses Treffen stellt somit einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer noch kohärenteren und effizienteren Kommunikationsarbeit dar.
Ernennungen
Die Mitglieder der SBK nahmen folgende Ernennungen vor:
- Prof. Dr. Robert Vorholt in die Theologische und Ökumenische Kommission.
- Dr. Judith Weber in die Pastoralkommission und Synodalitätskommission.
- Dr. med. Kerstin Berger in die Kommission Genugtuung für Opfer von verjährten sexuellen Übergriffen im kirchlichen Kontext.
Chur, 5. März 2026
Nicole Büchel
Kommunikationsverantwortliche Bistum Chur
Fotos: iStock_johnwoodcock
Medienkontakt: Maurice Greder, Leiter Kommunikationsdienst SBK, kommunikation@bischoefe.ch, www.bischoefe.ch