Nationaler Trauertag mit Glockengeläut und Schweigeminute
Um 14 Uhr am Freitag, 9. Januar, läuten die Kirchenglocken in der ganzen Schweiz. Alle sind gebeten, inne zu halten und den Opfern der Tragödie in Crans-Montana zu gedenken. 40 Todesopfer, mehr als 80 teils schwerst verletzte junge Menschen kämpfen immer noch um ihr Leben. Ihnen, ihren Familien und Angehörigen sowie allen Einsatz- und Rettungskräften, den in den nächsten Tagen und Wochen pflegenden Fachkräften und Ärzten gilt unser Mitgefühl, Respekt und Dank. Mögt ihr euch in diesen Minuten und darüber hinaus getragen und gestärkt fühlen.
In der Kathedrale Chur wird die Dompfarrei St. Mariä Himmelfahrt am Freitagabend um 18.15 Uhr im Rosenkranz sowie um 19.00 Uhr in der Eucharistiefeier für die Opfer und Betroffenen beten. Es sind alle herzlich eingeladen, teilzunehmen.
Der Bundesrat hat in Zusammenarbeit mit den drei öffentlich anerkannten Kirchen in der Schweiz den 9. Januar 2026 zum nationalen Trauertag erklärt. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) und die Christkatholische Kirche der Schweiz (CKK) rufen gemeinsam zu einem nationalen Glockengeläut auf.
Am Freitag, 9. Januar, erfolgt um 14 Uhr der Stundenschlag, anschliessend ein fünfminütiges Glockengeläut als Zeichen des gemeinsamen Innehaltens in der ganzen Schweiz. Da es sich um einen nationalen Trauertag handelt, bitten wir, nur mit der tiefsten Glocke zu läuten.
Möge uns das gemeinsame Gebet stärken und Zuversicht schenken, wo Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit das Herz bedrücken.
Nicole Büchel
Kommunikation Bistum Chur
Chur, 7. Januar 2026
Foto: Copyright/Bistum Chur
Waadtländer Gebet für den ökumenischen Trauertag
O Gott,
angesichts des Ausmasses der Tragödie in Crans Montana, des Leidens der Betroffenen und unseres Gefühls der Ohnmacht beginnen wir damit, vor dir still zu werden.
Getragene Stille
Wir bitten dich für alle Familien von hier und anderswo, die in schrecklicher Ungewissheit leben, ob ihre Kinder noch am Leben sind; die fürchten, sie könnten zwischen Leben und Tod schweben; die von ihnen getrennt sind, weil sie fern von zu Hause behandelt werden.
Vater des Himmels und der Erde,
höre den Schrei des Schmerzes und der Hoffnung, der aus jeder und jedem aufsteigt.
Stille
Unter den Opfern waren viele Lernende, Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, Studentinnen und Studenten. Wir bitten dich für ihre Freundinnen und Freunde, die von diesem Unglück in dieser Nacht, die ein Tag des Festes und der Freundschaft hätte sein sollen, hart getroffen sind.
Vater des Himmels und der Erde,
höre den Schrei des Schmerzes und der Hoffnung, der aus jeder und jedem aufsteigt.
Stille
Wir bitten dich in Dankbarkeit für alle Menschen, die sich seit der Tragödie unermüdlich eingesetzt haben: die Feuerwehrleute, die Polizistinnen und Polizisten, die Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal, die Krisenstäbe, die Freiwilligen, die Politikerinnen und Politiker, die Ermittlerinnen und Ermittler.
Vater des Himmels und der Erde, erneuere in allen die Kraft und die nötige Einsicht, um in dieser Krise Entscheidungen zu treffen.
Stille
Wir vertrauen dir alle Menschen an, die in dieser Zeit Opfer von bekannten oder unbekannten Dramen sind und niedergeschlagen, hilflos, ohne jeden Halt geworden sind.
Vater des Himmels und der Erde, schenke jeder und jedem, dass sie an ihrer Seite Menschen finden, die zuhören, unterstützen und mitfühlen.
Stille
Gepriesen seist du, der du uns in unseren Gemeinden, unserem Kanton und unserem Land zur Einheit rufst – über unsere konfessionellen, religiösen, politischen oder persönlichen Unterschiede hinaus.
Möge diese Gemeinschaft unser Miteinander prägen, nicht nur in diesen düsteren Tagen, sondern auch durch all die Jahre hindurch, die du uns zu leben gibst.
Stille
Dieses Drama – und so viele andere – erschüttert unseren Glauben.
Wir fühlen uns klein und zerbrechlich, ohnmächtig angesichts des Leids dieser Tragödie und so vieler anderer, die in uns manchmal ein tiefes Gefühl der Sinnlosigkeit aufsteigen lassen.
Du, Quelle allen Segens, und du, der du alle menschliche Einsicht übersteigst;
du, der du die Schreie der Opfer hörst und die Zweifel der Menschen nicht scheust: Wir bitten dich, bewahre uns davor, in solchen Situationen wohlfeile und allzu einfache Tröstungen auszusprechen, und rufe uns deine grenzenlose Liebe in Erinnerung, die allein die Niedergeschlagenen aufrichten kann.
Gib uns zu glauben, dass nichts uns von deiner Liebe trennen wird.
Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, Vater des Himmels und der Erde, für dein Wort, das unseren Weg erhellt, wie einst die Wolke dein Volk in der Wüste begleitet hat.
Amen
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Preghiera comune
O Dio,
di fronte alla portata della tragedia avvenuta a Crans, alle sofferenze e al nostro senso di impotenza, iniziamo con il fare silenzio davanti a Te.
Silenzio prolungato
Ti preghiamo per tutte le famiglie immerse nella terribile incertezza di non sapere se i loro figli sono vivi o morti, che temono che siano in bilico tra la vita e la morte, che sono separati da loro mentre vengono curati lontano da casa.
Padre del Cielo e della terra,
ascolta il grido di dolore e di speranza che si leva da ognuno di noi.
Silenzio
Tra le vittime, molti erano apprendisti, liceali, studenti e studentesse. Ti preghiamo per i loro amici duramente colpiti da questa tragedia in quella che doveva essere una notte di festa e di amicizia.
Padre del Cielo e della terra,
ascolta il grido di dolore e di speranza che si leva da ognuno di noi.
Silenzio
Ti preghiamo con gratitudine per tutte le persone che si sono impegnate senza riserve dopo la tragedia: i vigili del fuoco, i poliziotti, i medici, il personale sanitario, le cellule di crisi, i volontari, i politici, gli investigatori,
Padre del Cielo e della terra,
rinnova in tutti la forza e il discernimento necessari per prendere decisioni in questa crisi.
Silenzio
Ti affidiamo tutte le persone che in questo momento sono vittime di drammi ignorati o noti e che sono abbattute, indifese, avendo perso ogni punto di riferimento.
Padre del Cielo e della terra,
concedi a ciascuno di trovare al proprio fianco persone disposte ad ascoltare, a sostenere, a provare compassione.
Silenzio
Sii benedetto, tu che ci chiami nei nostri Comuni, nel nostro Cantone, nel nostro Paese all'unità al di là delle nostre differenze confessionali, religiose, politiche o identitarie.
Che questa comunione permei il nostro modo di stare insieme non solo in questi giorni funesti, ma anche nel corso degli anni che ci concedi di vivere.
Silenzio
Questo dramma e tanti altri scuotono la nostra fede.
Ci sentiamo piccoli e fragili, impotenti di fronte alla sofferenza di questa tragedia e di tante altre che a volte fanno sorgere in noi un profondo senso di assurdità.
Tu che sei fonte di ogni benedizione e che superi ogni intelligenza,
Tu che ascolti le grida delle vittime e non temi i dubbi umani,
ti preghiamo, preservaci dal pronunciare in tali circostanze consolazioni convenzionali e facili e ricòrdaci il tuo amore senza limiti che solo può risollevare coloro che sono abbattuti.
Dacci la fede che nulla ci separerà dal tuo amore.
Benedetto sei tu, Signore, nostro Dio, Padre del Cielo e della terra, per la tua Parola che illumina il nostro cammino come un tempo la nuvola accompagnava il tuo popolo nel deserto.
Amen
Medienmitteilung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Nationaler Trauertag in Gedenken an die Opfer von Crans-Montana
Der kommende Freitag, 9. Januar 2026, ist landesweit der Erinnerung an die Todesopfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana, der Solidarität mit den Verletzten und der Verbundenheit mit allen Betroffenen gewidmet. An diesem Trauertag lädt Bundespräsident Guy Parmelin zusammen mit den Schweizer Kirchen die Bevölkerung zu einer landesweiten Schweigeminute und einem Moment des Gedenkens ein. Im ganzen Land werden die Kirchenglocken läuten. In Martigny im Wallis findet an diesem Tag eine Gedenkzeremonie statt.
Dass die ganze Schweiz aufgefordert ist, am Freitag um 14.00 Uhr innezuhalten, steht für die Trauer, die das Land mit allen direkt betroffenen Familien und Freundeskreisen teilt. Zeitgleich lassen die drei Landeskirchen die Kirchenglocken läuten. Um 13.45 Uhr beginnt in Martigny die vom Kanton Wallis organisierte Gedenkzeremonie. In Bern werden die Fahnen des Bundeshauses und der Bundesgebäude am Freitag auf Halbmast gesetzt.
Bundespräsident Parmelin verbindet mit diesem nationalen Trauertag das Anliegen, allen zu danken, die im Nachgang der Katastrophe geholfen haben, die Verletzte pflegen und Trauernden beistehen. Er würdigt zugleich die Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis und der Gemeinde Crans-Montana und betont die grosse nationale und internationale Solidarität, die seit der Tragödie spürbar war und die sich in konkreten Hilfeleistungen täglich zeigt.
An der Gedenkzeremonie in Martigny wird die Landesregierung vertreten von Bundespräsident Parmelin, Bundesrat Ignazio Cassis, Vizepräsident des Bundesrates und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Bundesrat Beat Jans, Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements, sowie Bundeskanzler Viktor Rossi. Erwartet werden auch Vertreterinnen und Vertreter der anderen Staaten, aus denen die Todesopfer und Verletzten stammen, sowie der Länder, die ihre Hilfe angeboten haben. Eingeladen wurden 37 Staaten plus die Europäische Union.
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Giornata di lutto nazionale in memoria delle vittime di Crans-Montana
Il prossimo venerdì, 9 gennaio 2026, sarà dedicato in tutta la Svizzera alla memoria delle vittime dell’incendio di Crans-Montana, alla solidarietà con i feriti e al sostegno delle persone colpite dalla tragedia. Il presidente della Confederazione Guy Parmelin, insieme alle Chiese svizzere, invita la popolazione a un minuto di silenzio e a un momento di commemorazione in questa giornata di lutto nazionale. In tutto il Paese suoneranno le campane delle chiese e a Martigny, nel Vallese, si terrà una cerimonia commemorativa.
L’invito rivolto a tutta la Svizzera a fermarsi alle ore 14.00 di venerdì simboleggia il cordoglio che il Paese condivide con le famiglie e gli amici delle vittime e dei feriti. Alla stessa ora, le tre Chiese nazionali faranno suonare le campane. Alle ore 13.45, avrà inizio a Martigny la cerimonia commemorativa organizzata dal Cantone del Vallese. A Berna, nella giornata di venerdì, le bandiere del Parlamento e degli edifici federali saranno esposte a mezz’asta.
Con questa giornata di lutto nazionale, il presidente della Confederazione Parmelin intende anche ringraziare tutti coloro che hanno prestato aiuto dopo la catastrofe e coloro che curano i feriti e assistono le persone in lutto. Rende al contempo omaggio alla collaborazione con il Cantone del Vallese e il Comune di Crans-Montana e sottolinea la grande solidarietà nazionale e internazionale che si è manifestata dopo la tragedia e che si traduce ogni giorno in aiuti concreti.
Alla cerimonia di commemorazione a Martigny il Governo del Paese sarà rappresentato, oltre che dal presidente della Confederazione, anche dal consigliere federale Ignazio Cassis, vicepresidente del Consiglio federale e capo del Dipartimento federale degli affari esteri, dal consigliere federale Beat Jans, capo del Dipartimento federale di giustizia e polizia, e dal cancelliere federale Viktor Rossi. Sono attesi anche rappresentanti degli altri Stati di provenienza delle vittime e dei feriti così come degli Stati che hanno offerto il loro aiuto. Sono stati invitati 37 Paesi, nonché l’Unione europea.
Nationale Gedenkfeier Martigny
Die ursprünglich in Crans-Montana geplante Gedenkfeier vom 9. Januar 2026 muss aus Gründen, die mit den angekündigten Schneefällen und der Sicherheit zusammenhängen, in das CERM nach Martigny verlegt werden. Der offizielle Teil, der sich an die Opfer und ihre Angehörigen richtet, beginnt um 13:45 Uhr in Anwesenheit internationaler Gäste, darunter die französischen und italienischen Präsidenten Emmanuel Macron und Sergio Mattarella, sowie eidgenössischer, kantonaler und lokaler Behörden. Alle von der Tragödie betroffenen Familien sind eingeladen, daran teilzunehmen.
Wie die Eidgenossenschaft nach Rücksprache mit den grossen Schweizer Landeskirchen, der SBK, der EKS und der ECCS, mitteilte, werden um 14 Uhr alle Glocken der Schweizer Kirchen fünf Minuten lang läuten und es wird landesweit eine Schweigeminute eingelegt.
Diese zivile Zeremonie wird von der Eidgenossenschaft gemeinsam mit der Walliser Kantonskanzlei organisiert. Als Vertreter der Kirchen sind eingeladen:
• Auf kantonaler Ebene: die Verantwortlichen der beiden im Wallis anerkannten Kirchen: der Bischof von Sitten, Mgr Jean-Marie Lovey, für die katholische Kirche, und der Präsident des Synodalrats, Stephan Kronbichler, für die Evangelisch-reformierte Kirche des Wallis (ERKW);
• Auf Bundesebene: die Verantwortlichen der drei anerkannten christlichen Kirchen der Schweiz: der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Mgr Charles Morerod, für die katholische Kirche; die Präsidentin des Synodalrats der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), Rita Famos, für die evangelisch-reformierte Kirche; und der zuständige Bischof der christkatholischen Kirche, Mgr. Frank Bangerter, für die christkatholische Kirche;
• Für die beiden anderen grossen monotheistischen Traditionen: Önder Günes, Vertreter der Föderation Islamischer Organisationen in der Schweiz (FIOS), und Ralph Friedländer, Präsident des Zentralausschusses des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG).