"Legt die Waffen nieder!"
Kein Angriff hat je zu Frieden geführt, keine Gewalt zu Dialog. Papst Leo hat bereits am Sonntag nach dem Angelus-Gebet aufgerufen, der Gewaltspirale ein Ende zu setzen und die Waffen nieder zu legen: „Stabilität und Frieden entstehen nicht durch gegenseitige Drohungen oder Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod säen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“ Er erinnerte alle Parteien daran, sich zu besinnen und ihre moralische Verantwortung wahr zu nehmen. „Möge die Diplomatie ihre Rolle zurückgewinnen und das Wohl der Völker fördern, die sich nach einem friedlichen, auf Gerechtigkeit gegründeten Zusammenleben sehnen. Und lasst uns weiterhin für den Frieden beten,“ bittet er.
Gewalt kennt keine Logik
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin warnt vor einer Aushöhlung des internationalen Rechts durch die Logik der Gewalt. Das sagte er gestern mit Blick auf die Eskalation im Iran-Krieg und im Nahen Osten. Präventive Militärschläge riskierten, weitere Gewalt nach sich zu ziehen. Kardinal Parolin ist nach Papst Leo die Nummer zwei im Vatikan und damit oberster Diplomat. Er hat sich bereits öfters in Kriegssituationen als Vermittler angeboten und eingebracht. Gestern betonte er: „Es ist wirklich besorgniserregend, dass das internationale Recht zunehmend ausgehöhlt wird: An die Stelle der Gerechtigkeit ist die Gewalt getreten.“ In grösster Sorge spricht er klare Worte, auf gefährliche Art und Weise setze sich ein Multipluralismus durch, der vom Primat der Macht und von Selbstbezogenheit geprägt sei, dabei seien die Möglichkeiten der Diplomatie nie ausgeschöpft.
Menschliche Tragödie
Das Elend, welche diese masslose Gewalt verursacht, ist von hier aus kaum zu erfassen. Die betroffenen Menschen vor Ort, in all den Ländern leben in steter Angst und Sorge. "Ich bete für alle", sagt Bischof Joseph Maria Bonnemain. Er ruft alle auf, es ihm gleich zu tun. Das Ausmass der Gewalt hat sich in den letzten Tagen rapide ausgeweitet. Man hat den Eindruck, der ganze Nahe Osten brenne. Ein Flächenbrand der gefährlich ist und sich unkontrolliert ausbreiten könne. "Das darf nicht passieren!", sagt er und ruft zur Vernunft auf: "Setzt dem Elend ein Ende und legt die Waffen nieder!"
Chur, 5. März 2026
Nicole Büchel
Kommunikationsverantwortliche Bistum Chur
Foto: Bistum Chur/Martin Walser