40 Taufen von Kindern, Erwachsenen, Konversionen & Firmungen

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Liebe Mitbrüder
Liebe Gläubige, die nun getauft, in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen und gefirmt werden
Liebe Schwestern und Brüder

Wenn ich die Beschreibung des Wachstums der Kirche zu Beginn des Christentums, von der wir in der Lesung aus der Apostelgeschichte gehört haben, betrachte, wo es heisst: «Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer grösser» und ich jetzt hier in die Kathedrale hineinblicke, fühle ich mich zutiefst gerührt. Es ist wie am Anfang der Kirche: Die Nachfolge Christi zieht auch heute viele Menschen an. Ihr seid heute hier, weil ihr persönlich die Liebe Christi erfahren habt und ihr möchtet mit ihm unterwegs im Leben sein.

Die Jünger – wie wir hörten – waren eben unterwegs mit Jesus. Damals – nach der Brotvermehrung – stiegen sie in das Boot und fuhren weg; Jesus blieb noch bei den Leuten, um sich zu verabschieden. Anschliessend betete er dort allein. Sie hatten einen wunderschönen Tag mit ihm verbracht, etwas Grossartiges erlebt, jetzt aber – unterwegs auf dem See – hatten sie wahrscheinlich den Eindruck, er ist nicht bei uns, wir sind allein. In Wahrheit aber war es nicht so. Jesus – mitten im Gebet –war mit ihnen tief verbunden, betete für sie und fühlte, was mit ihnen los war.

Liebe Schwestern und Brüder, heute feiern wir hier etwas Grossartiges. Wir alle sind glücklich, froh, ihr, die Täuflinge, die Kandidatinnen und Kandidaten für die Aufnahme in die kath. Kirche und ihr alle, die ihr in wenigen Minuten gefirmt werdet, fühlt euch Jesus sicher sehr nahe. Vielleicht bereits heute Abend oder in ein paar Tagen werdet ihr wahrscheinlich einen ernüchternden Eindruck haben. Das Leben geht weiter und in bestimmten Augenblicken könntet ihr denken: Jetzt bin ich getauft, gefirmt, katholisch geworden, aber ich spüre Jesus nicht mehr. Seid gewiss: er bleibt immer bei euch, versteht euch, unterstützt euch, trägt Sorge für euch, liebt euch in allen Umständen und unter allen Umständen.

Damals auf dem See begann ein heftiger Sturm. Umso mehr hatten die Jünger das Gefühl, im Stich gelassen zu sein. Auch im Leben machen wir manche Stürme durch. In solchen Situationen dürfen wir im Glauben die Gewissheit haben, dass Jesus uns nicht allein lässt und wie damals sagt: «Fürchtet euch nicht!» Wenn wir im Leben etwas Schlimmes durchmachen und wir wissen, dass der Herr mit uns ist, ist die Situation halb so schlimm. Begleitet von jemandem, der uns liebt, können selbst die harten Momente des Lebens schöne Momente sein. Vergessen wir es nie: In jeder Situation sagt uns die liebende Stimme Jesu: Fürchte dich nicht!

Das war im Grunde das Leben der Mutter Gottes. Der Engel sagte zu ihr: «Der Herr ist mir dir!» Das Bewusstsein, dass der Herr mit ihr war und sie mit dem Herrn, ist das Geheimnis ihres Lebens. In jeder Situation, auch in den ganz schlimmen, bei der Flucht nach Ägypten, neben dem Kreuze Jesu usw. war sie bei Jesus und Jesus war bei ihr.

Liebe Schwestern und Brüder, sucht immer Jesus, bleibt immer bei Jesus, seid immer unterwegs mit Jesus. Ihr findet ihn und begegnet ihm im Gebet, beim Empfang der Sakramente und nicht zuletzt bei den Schwachen, Bedürftigen, Kranken, Leidenden, Betagten, Diskriminierten. Sie sind Jesus für uns. Nochmals: Er sagt uns immer: Fürchtet euch nicht!

 

Chur, 18. April 2026

Joseph Maria Bonnemain
Bischof von Chur

 

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