Krönender Abschluss des Bistumsjahres im Hauptbahnhof Zürich

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Predigt von Bischof Joseph Maria Bonnemain

Liebe Schwestern und Brüder

Mehrere Male hat Jesus das Himmelreich mit einem Festmahl bzw. mit einem Hochzeitsmahl verglichen. Der Sinn der Schöpfung und der Geschichte der Menschheit ist kein anderer, als das Gelingen eines Festmahles für alle zu garantieren. Ein Festmahl, zu dem viele, ja alle eingeladen sind. Am Ende der Menschheitsgeschichte findet dann das Fest ohne Ende statt. Allen Unkenrufen und Schwarz-Sehern zum Trotz sind wir als Gläubige dazu berufen, diese Botschaft in unsere Welt hineinzutragen. Es ist die Botschaft, die der hl. Paulus leidenschaftlich verkündete: «Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.»

Wenn wir uns die Geschichte der Menschheit vor Augen halten und gleichzeitig die Augen vor der gegenwärtigen Lage in der Welt nicht verschliessen, könnten wir meinen, dass eine solch positive Sicht fehl am Platz sei. Wir haben im Gleichnis gehört, dass viele sich entschuldigt haben, am gemeinsamen Fest teilzunehmen. Immer wieder gibt es Menschen, die die eigenen Interessen in den Vordergrund stellen und das Mittragen von Gesellschaft und Kirche beiseitelassen. Einige Menschen setzen ein Fragezeichen hinter die guten Absichten des Einladenden – im Grunde fragen sie, ob Gott es mit den Menschen gut meint?

Umso dringender und aktueller ist es, die Einladung im heutigen Evangelium wahr  ̶  und ernst zu nehmen: «Geh schnell hinaus auf die Strassen und Gassen der Stadt!» Geht hinaus und bringt die göttliche Einladung. Die Kirche ist schliesslich seit der Zeit der ersten Christen eine Mission, eine Sendung, eine Einladung an alle Menschen. Die Frohbotschaft sollte alle Menschen erreichen. Wir glauben zutiefst, dass Gott das vorhat. Es braucht einen neuen Elan – schnell heisst es. Die Kirche der Gegenwart und der Zukunft, auch das kirchliche Leben in unserem Bistum sollte dynamisch, kreativ, wagemutig, unkompliziert, frei von belastenden Überstrukturierungen, flink und den Menschen nahe sein. Dieses Hinausgehen mit der Heilsbotschaft unseres Erlösers weist eine klare Präferenz aus: «… und hol die Armen und die Verkrüppelten, die Blinden und die Lahmen hierher.» Wir befinden uns am Ende des Bistumsjahres aber in Wahrheit stehen wir immer noch am Anfang. Als Trägerinnen und Träger der Hoffnung Gottes sollten wir weiterhin – durch und durch – immer mehr – eine diakonische Kirche werden. Es ist gut, es ist die Freude Gottes, wenn wir nicht stehen bleiben. Es geht darum, unterwegs zu bleiben bis das Fest-«Haus voll wird».

Hier – mitten im pulsierenden Leben des Hauptbahnhofes – können wir uns erneut für eine Diözese engagieren, die vorlebt, dass alle zu einem geschwisterlichen Fest eingeladen sind. Wir können beitragen, dass in unseren Familien und Partnerschaften öfter die Stimmung eines Festes herrscht. Wir können uns engagieren, damit am Arbeitsplatz, bei der Lehrstelle, der Schule niemand gemobbt, sondern alle für das gemeinsame Fest als wertvoll respektiert und anerkannt werden. Das politische Parkett, die gesellschaftlichen Anlässe, die Sportwelt, die Finanzplätze brauchen dringend eine festliche, geschwisterliche Atmosphäre.

Hier passt der Wunsch von König Salomo im Gespräch mit Gott wunderbar hinein: «Darum wünsche ich mir von dir ein gutes Herz. Damit ich die richtigen Entscheidungen treffen kann. Damit ich weiss, was gut und was schlecht ist. Ich wünsche mir, dass ich auf die Menschen hören kann. Dann weiss ich, was die Menschen in meinem Land brauchen.» Im Herrn Geliebte, jede und jeder von uns sollte ein König Salomo sein. Jede und jeder von uns sollte vom Wunsch getragen sein, das gemeinsame Haus des Lebens, das Fest des Lebens zu einem Fest für alle umzugestalten. Das werden wir nur – tief verbunden mit dem, der Salomo schlechthin ist – erreichen. Der vollkommene Salomo der Geschichte, der, der ein offenes Herz für alle Menschen in allen Ländern der Welt haben möchte, ist Jesus Christus selber. Nur im Einklang mit seinem Herzen werden wir ein Herz entwickeln, das auf der Höhe des Herzens unseres Erlösers schlägt. Nur durch das gute Hinhören auf die Herzschläge seiner Liebe, werden wir die nötige Sensibilität, Feinfühligkeit und Empathie für die Anliegen der anderen haben. Ja, hören, handeln und hoffen bleiben untrennbar miteinander verbunden und begleiten uns weiterhin – auch in den kommenden Jahren.

Spaltungen, Zwietracht, Diskriminierungen, Kriege, ausgrenzende Nationalismen, Arroganz und Individualismus verderben das «Fest der Welt». Umso mehr sind wir eingeladen, in allen Bereichen – in denjenigen, die ich vorher schon erwähnt habe: Familie, Arbeitswelt, Bildungseinrichtungen, politisches Leben, Gesellschaft, Sport, Wirtschaft, kirchliches Leben usw. – den Frieden und die Eintracht zu fördern. Das Fest, das Gott will, ist ein Fest des Friedens. Wie Papst Leo in seiner neuen Enzyklika sagt, auch, insbesondere die KI und jede Kommunikation sollten entwaffnet sein. Beim Fest des Lebens gibt es keinen Platz für Krieg. Wagen wir bis zum Äussersten, uns für den Frieden einzusetzen. Amen.

 

Hauptbahnhof Zürich, 31. Mai 2026

Joseph Maria Bonnemain
Bischof von Chur

 

Fotos/Drohnenaufnahmen/Videos:
Fotografin Dennis Baumann
zhkath.ch/Bistum Chur/zVg

 

Ökumenische Vesper im Grossmünster

Liebe Christgläubige

Heute Vormittag haben viele von uns zum Abschluss des vor einem Jahr ausgerufenen Bistumsjahres eine Eucharistiefeier in der Hauptbahnhofhalle gefeiert. Ich wollte dadurch bewusst unterstreichen, dass wir Christen uns mitten in der Welt sehr wohlfühlen, in der Gegenwart und beschäftigt mit all den Herausforderungen unserer Zeit. Es gibt seit der Menschwerdung keine profane und sakrale Welt mehr, eine weltliche und eine religiöse Wirklichkeit. In Christus sind Erde und Himmel, Zeit und Ewigkeit eins geworden.

Diese Botschaft des heutigen Tages würde hinken, unvollständig bleiben, würden wir hier und heute nicht als Gemeinschaft der Christen gemeinsam unseren Glauben feiern. Diese Gebetsstunde erachte ich als erfüllende Krönung des vor einem Jahr begonnenen Glaubensweges.

Wir feiern hier in Grossmünster nicht einen ökumenischen Anlass. Wir feiern gemeinsam, das, was der hl. Paulus bereits vor zweitausend Jahren verkündet hat: Wir alle sind lebendige Glieder eines einzigen Leibes: Eine Hoffnung, eine Berufung, ein Vater, ein Gott, ein Glaube, eine Taufe. Dieselbe und einzige Liebe ist die wirkliche Erklärung unserer Existenz. Wir feiern heute hier die Liebe, die uns liebt; die Liebe mit der wir uns gegenseitig lieben; die Liebe, die uns dazu führt, die ganze Menschheit und jeden einzelnen Menschen zu lieben. Diese Liebe kennt keine Grenzen und kein Ende; sie hat jedoch einen Anfang, die Taufe.

Die Taufe verwandelt uns in eine Quelle der Liebe  ̶  in alle Himmelsrichtungen und zu allen Menschen. Wir empfangen die Zusage Gottes, um Zusage gegenüber allen Menschen zu sein. Jesus verkündete im Mittelpunkt seiner Frohbotschaft, dass Gott keinen Unterschied zwischen Gerechten und Ungerechten macht, er lässt seinen Segen über alle herabregnen (vgl. Mt. 5,45) (Und war heute ganz bestimmt auch bei uns, wenn wir den Wolkenbruch richtig interpretieren). Gemeinsam möchten wir Teil einer Kirche sein, die niemanden ausschliesst, die allen ein Zuhause bietet und in der alle willkommen sind. Nur so werden wir Botschafterinnen und Botschafter, Vermittlerinnen und Vermittler des wahren, anhaltenden Friedens sein.

Wenn wir nun mit dem Wasser besprengt werden, das von den verschiedenen christlichen Konfessionen getragen und in Einheit zusammengeführt wurde, dann soll dies ein lebendiges Zeichen sein: Wir sind von Gott gerufen, in seiner Liebe verbunden und in Hoffnung gemeinsam unterwegs.

 

Grossmünster Zürich, 31. Mai 2026

Joseph Maria Bonnemain
Bischof von Chur

Bistumstag Live-Stream

Bistumstag Drohnenflug

Medienmitteilung zhkath.ch

Bistumstag der katholischen Kirche füllt den Hauptbahnhof mit Tausenden von Menschen

Die Halle des Hauptbahnhofs war am Sonntag, 31. Mai, bereits vor Beginn des Gottesdienstes um 10.30 Uhr zum Bersten voll. Die 2000 Hostien reichten nicht aus, um allen Besucherinnen und Besuchern im Gottesdienst die Kommunion zu spenden. Schätzungsweise rund 5000 Menschen nahmen am Bistumstag teil, mit dem das Bistum Chur sein Jubeljahr am Zürcher Hauptbahnhof abschloss.

«Der Gottesdienst war wunderschön!». Dieser Eindruck war in den dicht gefüllten Reihen des Zürcher Hauptbahnhofs immer wieder zu hören. Schätzungsweise etwa 5000 Leute pilgerten am Sonntag, 31. Mai, in die Halle des Hauptbahnhofes, um den Bischof und die Kirche hautnah zu erleben.

Bischof Joseph Maria Bonnemain war dabei ganz in seinem Element, ist es ihm doch schon seit jeher ein Anliegen, auf die Menschen zuzugehen: «Wir organisieren in der Kirche nicht Veranstaltungen, damit die Leute zu uns kommen. Wir sollten dorthin gehen, wo sie sind. Und mittendrin mit ihnen alles teilen», sagte er.

An 30 Ständen wurde gezeigt, was Kirche leistet und welche Angebote sie bereithält. Auch die rund 140 Ministrantinnen und Ministranten, die am Gottesdienst teilnahmen, sorgten für einen weiteren Rekord.

«Sich an einem so zentralen Ort nicht schämen, katholisch zu sein.» Was ein Gläubiger ins Mikrofon sagte, dürfte vielen Besucherinnen und Besuchern dieses besonderen Festtages aus dem Herzen gesprochen haben.

Auch die anwesenden Ehrengäste, u.a. die beiden Zürcher Regierungsrätinnen Silvia Steiner und Natalie Rickli sowie Nationalrat Philipp Kutter genossen das Kirchenfest.

 

Zürich, 31. Mai 2026

Manuela Moser
Informationsbeauftragte des Generalvikars
Generalvikariat für die Bistumsregion Zürich-Glarus (Bistum Chur)

 

 

Bericht zhkath.ch

Bistumstag am HB Zürich — Mitten unter den Menschen

Über ein Jahr war der Bistumstag in Planung: Zahlreiche Stunden haben sich das OK, verschiedenste Akteure, Dienststellen und Pfarreien mit dem Programm, den Ständen, dem Gottesdienst auseinandergesetzt. Mit dem Glockengeläut im Grossmünster am Sonntagabend ist er jetzt vorbei, der Bistumstag – er wird allen aber noch lange in Erinnerung bleiben.

Auf 10 Uhr war der offizielle Start am Sonntag, 31. Mai, in der Bahnhofshalle gelegt. Während noch Stände eingerichtet, Bänke aufgestellt und die Technik getestet werden, stehen vor dem rot-weissen Absperrband schon unzählig viele Leute.

Als um 10.30 Uhr die Eucharistie-Feier mit Generalvikar Luis Varandas und Bischof Joseph Maria Bonnemain beginnen soll, muss zwischen den Ständen vom Welcome-Team der Veranstaltung zuerst einmal Platz geschaffen werden: «Bitte uf d’Siite» hört man von überall, sogar einer der anwesenden Schweizer Gardisten eilt zur Hilfe – ohne Hellebarde natürlich. Dann geht es auch schon los und eine Welle aus Weiss strömt mitten durch die Stände. Es sind 140 «Minis», also Ministrantinnen und Ministranten, die vom Zwischenstock her gemeinsam mit Generalvikar, Bischof und allen anderen Beteiligten einziehen.

Kirche ganz jung

Die Ministrantinnen und Ministranten kommen aus den verschiedensten Gebieten im Kanton Zürich. Sie tragen Schilder ihrer jeweiligen Pfarrei bei sich, organisiert wurde das Ganze durch die Jugendseelsorge.

Nicht nur die 140 «Minis» zeigen, dass Kirche ganz jung geht: Auch das Welcome-Team, das tatkräftig bei der Organisation mithilft, setzt sich aus Mitgliedern des Jugendrates oder von Adoray zusammen, einige befinden sich kurz vor der Firmung. Sie alle tragen lilafarbene T-Shirts, auf deren Rückseite steht: «Was glaubst du» oder «Was hoffst du» - selbst designt. Die Botschaft funktioniert (fast) ganz ohne Worte: Auch wir sind hier, sind ein Teil des Ganzen.

Ein wahrhaft gutes Herz

So zieht der weisse Zug also durch die Menschenmenge bis nach vorne zur Bühne, wo die Eucharistie-Feier beginnt: Der Segen, gesprochen von Joseph Maria Bonnemain, hallt durch den vollen Zürcher Hauptbahnhof – weit ausserhalb der Stände stehen die Leute verteilt, Kinder sitzen auf den Schultern der Eltern, überall werden Kameras in die Luft gestreckt. Man könnte meinen, ein Weltstar tritt hier auf.

Die Lesung der Feier ist aus dem 1. Buch der Könige: Der junge König Salomo bittet Gott um Hilfe bei der Regierung seines Reiches. Gott erscheint ihm im Traum, fragt ihn nach seinem Wunsch. Salomo will ein gutes Herz, um so die richtigen Entscheidungen zu treffen, gut von schlecht zu unterscheiden und zu wissen, was die Menschen seines Landes brauchen – dieser Wunsch wird ihm gewährt.

Bischof Bonnemain wendet sich an die Zuhörenden und erinnert daran, dass auch wenn das Bistumsjahr mit dem heutigen Tag endet, alle Anwesenden nach wie vor die Trägerinnen und Träger der Hoffnung und Freude Gottes sind, dass man nicht stehen bleiben, sondern unterwegs sein soll, bis das Festhaus so gut gefüllt ist wie heute diese Halle.

Die Ministrantinnen und Ministranten haben beim Einlauf Hostien vor den Altar gebracht: Diese werden jetzt in der gesamten Halle verteilt. Die Leute stehen Schlange, machen mitten im Zürcher Hauptbahnhof den Kniefall und im Nu sind 2000 Hostien weg.

Ab geht’s

Kaum ist die Messe vorbei, geht es auch schon weiter auf der grossen Bühne. Auf Bischof und Generalvikar folgt die Band der Freien Katholischen Schulen Zürich, «Pfajaaal». Während die Feier vorangeht, warten die Bandmitglieder vor dem Eingang – auf die Nachfrage zu ihrer Nervosität kommt prompt die Antwort: «Ich bin nöd so nervös, well das isch ja nur de HB. Aber es isch schön andere Lüüt z zeige, was mer chann». Sie erklären, sie hätten schon viele grosse Auftritte gehabt und es sei immer alles super gelaufen, darum würde es heute wohl auch super laufen – sie haben absolut Recht, läuft absolut super.

Parallel zum Bühnenprogramm geht es auch mit dem Standbetrieb munter weiter. Besonders beliebt ist bei der Migrantenseelsorge das «Fischlispiel», bei dem man magnetische Fische angeln muss und ein Branchli gewinnen kann. Auch beim Kirchenmagazin Forum gibt es etwas zu gewinnen, hier via Glücksrad. Eine Besucherin sagt, nachdem sie bereits ein erstes Mal den Hauptpreis gewonnen hat: «Ich glaube nicht an Glück, ich glaube nur an Gott», und gewinnt prompt ein zweites Mal den Hauptpreis. Die Theologische Hochschule Chur verteilt, unter anderem, an den Bischof THC-Gummibärchen – also THChur für die Hochschule natürlich – das einzig Bewusstseins-verändernde ist ihr Studiengang.

Unterdessen steht Peter Januš mit der Andreasband und dem Jugendchor Uster auf der Bühne. In einem kurzen Moment der Stille singt ein vorbeilaufender Uber-Eats-Fahrer ein kleines Solo in die Halle hinein und erntet prompt tosenden Applaus – es geht also lebendig zu und her.

Raphael Meyer, Synodalratspräsident der Katholischen Kirche im Kanton Zürich, sagt dazu: «Mein grosser Wunsch war es, dass der Bistumstag ein Volksfest wird, an dem die Bevölkerung vorbeikommt und mitfeiert. Wenn ich hier in die Runde schaue, dann ist uns das gelungen. Es ist kein stierer, interner Anlass, es sind wirklich Leute von extern hier zum Mitfeiern.»

Kirche mit Zukunft?

Dann geht es für Meyer auf der Bühne weiter. Ein wichtiger Punkt auf dem Bühnenprogramm ist die Diskussion zur «Zukunft der Kirche» mit Bischof Joseph Maria Bonnemain, Synodalratspräsident Raphael Meyer, Unternehmerin Hubertine Underberg und Religionswissenschaftlerin Rafaela Estermann. Ein grosses Thema ist die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft – Rafaela Estermann hält fest, dass ein Grossteil der nicht-religiösen Menschen nicht unbedingt Atheisten sind, sondern eher indifferent zur Kirche stehen – sich in grossen Lebensfragen abseits der Religion Hilfe suchen.

Als angesichts dieser Tatsache die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz der katholischen Kirche kommt, verweist Raphael Meyer auf diese gut besuchte Veranstaltung – und die immer hochdiskutierten Stellungnahmen der Landeskirchen bei Abstimmungsvorlagen.

Nichtsdestotrotz gibt es heute weniger religiöse als nicht-religiöse Menschen – wir leben also in einer zunehmend säkularen Welt, in der das Bekenntnis zur Religion durchaus ein Risiko darstellen kann. Bischof Bonnemain weist darauf hin, dass wir immer schon in einer säkularen Welt gelebt haben: Gott hat sich entschieden, das Himmelreich zu verlassen, ist zum Menschen, der Erde, der Zeit geworden. Wir müssen also gar nicht in eine säkulare Welt gehen, wir leben bereits in einer.

Hubertine Underberg lenkt die Unterhaltung auf das Spannungsfeld zwischen Kirche und Staat, es wird über gute und weniger gute Zusammenarbeit und persönliche Erfahrung gesprochen.

Die Diskussion endet mit der Ergänzung des Satzes: «Die Zukunft der Kirche…» und alle sind sich einig: Auf welche Weise auch immer, es gibt sie, die Zukunft der Kirche.

 

Weiter im Programm

Kurz darauf nimmt «La Chorale Africaine de la Sainte Famille de Zurich» die Bühne ein – und wie sie das tun. Die ganze Halle steht auf, schwingt die Arme, tanzt mit. Sogar der eine oder andere Mitarbeitende der Körperschaft hier im Kanton kann das Wippen nicht unterlassen.

Während also die ganze Halle mittanzt, zieht Matthias Werfeli, OK-Präsident und damit verantwortlich für den Bistumstag, ein erstes Fazit: «Ich bin sehr berührt von dem schönen Tag, nicht nur von den Mitwirkenden und Standbetreibenden, sondern dem ganzen Volk, das gekommen ist und den Gottesdienst mitgefeiert und so gemeinsam den Moment erlebt hat. Da bin ich unglaublich dankbar.»

Zu einem kurzen Talk wird auch Nationalrat Philipp Kutter zusammen mit der Wirtschaftsprofessorin Margit Osterloh auf die Bühne gebeten; sie diskutieren darüber, wie und ob Glaube in schwierigen Zeiten helfen kann. «Gäbe es die Kirche nicht, müsste man sie erfinden», mit diesem prägnanten Satz schliesst diese Runde ihre Diskussion.

Das Bühnenprogramm endet nachdenklich mit Kabel und einem Theater bestehend aus vier Szenen zum Thema Berufslehre, Lehrabbruch und psychische Gesundheit von jungen Menschen. Wir begleiten den Lernenden Fabian durch eine schwere Zeit, beruflich und privat.

Dann bringen vier Tanzgruppen von Roundabout nochmals richtig Schwung in die Bude und das Publikum wird gebeten, sich gleich Richtung Grossmünster zu tanzen.

Dort endet dieser Bistumstag feierlich mit der ökumenischen Vesper, mitten unter den Menschen.

 

Zürich, 31. Mai 2026

zhkath.ch

 

 

Beitrag Tele Zürich

Bischof bei den Leuten: Katholische Kirche feiert im Zürcher Hauptbahnhof

Im Zürcher Hauptbahnhof fand eine grosse Sonntagsmesse statt, bei der die Kirche zu den Gläubigen kam. Anlass war
ein Fest in der Bahnhofshalle, während in der Schweiz weiterhin viele Menschen aus der Kirche austreten. Das Bistum
Chur spricht jedoch nicht von einer PR-Aktion.

Dazu: Joseph Maria Bonnemain (Bischof Bistum Chur); Seraj Bubakova (Pfarrei Herz Jesu Wiedikon)

 

Zürich, 31. Mai 2026

Sendung: ZüriNews

 

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