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Der Bischof auf Firmreise – Einige Predigten zur Firmung

Firmung – Dietikon – 14-04-2018

Ich habe letzthin das Magazin für Mobilität, das touring Magazin erhalten. Da ich doch viel mit dem Auto unterwegs bin, interessiere ich mich auch für die neueste Entwicklung in der Branche.

        Ein Titel hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Wenn der Assistent versagt. Ja, das wäre verhängnissvoll, dach­te ich mir. Dabei geht es ja nicht um den Fahrer. Der ist bei mir 100 % zuverlässig! Es geht um das Assistenzsystem. Auch wenn ich meistens nicht selber fahre, wäre das Versagen des Assistenzsystems verhängnisvoll. – Obwohl ich gerne fahre. Aber für einen Bischof auf Amtstour ist es besser, wenn er nicht selber fährt. – Wie auch immer, das Versagen des Assistenzsystems wäre verhängnisvoll. Im Artikel wird ein Unfall beschrieben, der insofern glimpf­lich verlief, als der Lenker nur leicht verletzt wurde. Der Schreiber hält aber fest: „Der Fall zeigt, dass sich ein Lenker auch bei bestens ausgerüsteten Fahrzeugen nicht auf die Sicherheitssysteme verlassen darf. Solche Assistenzsysteme können nur unterstützend wirken“. Diese Wahrung müssen wir ernst nehmen.

        Wichtig scheint mir in diesem Artikel noch folgender Hinweis: „Im Fahrzeug verbaute Sicherheitssysteme entbinden nicht von der Einhaltung der Verkehrsregeln“. Damit möchte ich auf die Firmung zu sprechen kommen. Meine lieben Firmlinge, die Firmung ist auch eine Art Assistenzsystem. Assistenz bedeutet ja Beistand, Hilfe. Durch die Firmung erhaltet ihr den Beistand des Heiligen Geistes. Die dritte göttliche Person, der Geist der Wahrheit, gibt Euch seinen Beistand. Wenn wir auf das Evangelium zurück blicken, wo der Sturm auf dem See tobt, können wir sagen: Durch das Wirken des Heiligen Geistes könnt Ihr die Stürme des Lebens überstehen. Wie Jesus ist der Heilige Geist mit Euch im Boot, im Boot des Lebens. Er ist Euer Assistenzsystem für die geistige Fahrt von diesem Leben ins ewige Leben.

        Nun, von diesem Assistenzsystem, vom Assistenzsystem des Heiligen Geistes kann ich sagen: Dieses Assistenzsystem ist sicher. Es versagt nie. Denn es ist kein menschliches Assistenzsystem, sondern ein göttliches. Gott versagt nie. Der Heilige Geist versagt nie. Die Firmung soll Euch diese Sicherheit geben. Aber, und damit komme ich zur letzten Aussage des Fachmanns im touring-Artikel: „Im Fahrzeug verbaute Sicherheitssysteme entbinden nicht von der Einhaltung der Verkehrsregeln“.

        Die Firmung entbindet Euch nicht von Eurer persönlichen Anstrengung auf dem Weg des Glaubens. Im Gegenteil: Die Firmung nimmt Euch noch mehr in die Pflicht. Ihr werdet von Gott, ihr werdet von Jesus herausgefordert, im Glauben nicht gleichgültig zu werden, sondern mutig für Euren Glauben einzustehen. Die Firmung fordert Euch heraus, im Glauben noch zuverlässiger zu leben, zuverlässiger zu beten, zuverlässiger zur Sonntagsmesse zu gehen, zuverlässiger die Sakramente zu empfangen, zuverlässiger die Gebote Gottes zu beachten. Kurz: Die Firmung fordert Euch heraus, zuverlässige Christen zu werden. Das Assistenzsystem des Heiligen Geistes versagt nie. Deshalb dürft auch Ihr Gott gegenüber, Jesus gegenüber, dem Heiligen Geist gegenüber nicht versagen. Bleibt zuverlässige, bleibt treue Christen. Amen.  


Firmung Wädenswil 15-04-2018

Liebe Firminge, Ihr hattet auf die Firmung hin Exerzitien. Das konnte ich bei unserem Treffen in Chur am 7. April erfahren. Erfahren habe ich auch, wo diese Exerzitien stattfanden: Die Jungs waren in Disentis. Die Damen in Bludenz. Ich kenne beide Klöster. In Disentis habe ich das Gymnasium besucht. Ich war dort sogar einige Jahre Mönch. In Bludenz habe ich selber auch Exerzitien gegeben, aber für Priester, nicht für Firmlinge.

        Ich gehe davon aus, dass Ihr auch den Sinn von Exerzitien erkannt habt. Das Wort Exerzitien kommt ja aus dem Latein und bedeutet Übungen. Exerzitien sind Übungen. Durch Exerzitien üben wir uns in den Glauben ein. Wir vertiefen unseren Glauben. – Durch Exerzitien wollen wir auch unseren eigenen seelischen Zustand erkennen. Wir wollen wissen, wo wir persönlich stehen. Wie es um uns bestellt ist.

        Wir ziehen uns daher aus dem Alltag zurück, um in der Stille und Zurückgezogenheit die Stimme Gottes besser zu vernehmen. Denn in den vielen Geschäften unseres Lebens geht die Stimme Gottes oft unter. Das bedeutet aber, dass auch unser Glaube untergeht. Wir verlieren die Orientierung auf den Sinn des Lebens, der in Gott allein liegt. Deshalb sind Exerzitien von Zeit zu Zeit notwendig. Sie helfen uns, das Ziel des Lebens neu zu entdecken und dadurch seelisch zu erstarken.

        Kommen wir nochmals auf die Übungen zurück. Wir üben uns im Glauben. Durch Exerzitien üben wir uns in den Glauben ein. Das führt dazu, das wir eine Fertigkeit erreichen und ein Wissen. Wir erreichen ein – wie wir das mit einem englischen Wort heutzutage oft sagen – ein Know-How. Wir wissen, wie es geht, wie der Glaube geht. Wir werden Experten. In unserem Fall Experten des Glaubens.

        Experte des Glaubens zu sein, ist für Euch persönlich wichtig. Aber Ihr habt auch eine große Verantwortung Euren Altersgenossen gegenüber. Ich höre immer wieder, wie junge Menschen mit ihrem Leben nicht zurecht kommen. Wie sie plötzlich einen seelischen Zusammenbruch erleben. Ja, wie einige verzweifelt und umnachtet aus dem Leben scheiden. Letzthin wurde mir ein solcher Fall zugetragen. Von Erziehern und Lehrern wurde mir schon gesagt, junge Menschen seien nicht mehr belastbar. Sie hätten keine Widerstandekraft mehr. S­ie hätten keinen Halt mehr, keinen Lebenshalt. Sie könnten in ihrem Leben keinen Sinn sehen.

        Als junge Christen habt Ihr eben jenen Altersgenossen gegenüber, welche keinen Glauben haben, welche nichts vom Glauben an Christus wissen, welche Christ als ihren Erlöser nicht kennen, eine große Aufgabe. Das heutige Evangelium schloss mit den Worten: Ihr seid Zeugen dafür. (Lk 24,48). Als Gefirmte seid Ihr Zeugen für Jesus, unseren Erlöser. Für den Glauben an Jesus. Der Sinn des Lebens liegt darin, Jesus zu finden und in seiner Gemeinschaft neues Leben zu empfangen. Diese Botschaft müsst Ihr weitergeben. Für diese Botschaft müsst Ihr einstehen. Das möchte eben die Firmung erreichen. Der Heilige Geist will Euch für das Glaubenszeugnis stärken. Ihr werdet Botschafter des Glaubens, Ihr werdet Botschafter des Heiligen Geistes. Bei unserem Glau­ben geht es ja nicht um Über­legenheit, um ein Mehr-sein-wollen-als-die-anderen. Es geht nicht um ein Besser-sein-wollen-als-die-anderen, es geht um Gott, der uns seinen Sohn geschenkt hat, damit wir in ihm den Sinn des Lebens entdecken und dadurch glücklich werden. Das ist eine Botschaft für alle. Durch die Kraft des Heiligen Geistes, durch ein vorbildliches Leben im Glauben, seid Ihr – ich wiederhole – Zeugen dafür (Lk 24,48). Amen.


Firmung Zürich Herz Jesus Oerlikon  21-04-2018

Heute feiern wir den heiligen Anselm. Der heilige Anselm wurde 1033 in Aosta, heute Norditalien, geboren. Seit 1060 lebte er als Mönch im Kloster Bec in der Normandie, in Frankreich. Dort wurde er 1078 fünfundvierzigjährig Abt. Er verfasste viele philosophische und theologische Schrif­ten. 1093 wurde er sechzigjährig Erz­bischof von Canterbury in England. Dabei geriet er in eine Auseinandersetzung mit König Wilhelm II. (1087-1100) und danach auch mit Heinrich I. (1100-1135). Anselm trat für die Unabhängigkeit der Kirche ein. Die Kirche muss frei sein von der Einmischung eines Herrschers. Das missfiel den Königen. Deshalb musste der Erzbischof zweimal ins Exil. Er wurde gezwungen, das Land zu verlassen. 1109 starb er. 1720 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben. Das ist ein Ehrentitel für jemand, welcher den katholischen Glauben richtig und treffend darlegt.

        Über den heiligen Anselm gibt es verschiedene Erzählungen. Eine finde ich eben für Firmlinge sehr erbaulich. Denn Firmlinge zeigen die Bereitschaft, im Glauben stark und vorbildlich zu leben, als Stadt auf dem Berg, wie es Jesus sagt (Mt 5,14). Daher wünschen sie, das Sakrament des Heiligen Geistes zu empfangen. Der Heilige Geist soll sie im Glauben festigen. Er soll sie zu einem mutigen Bekenntnis befähigen. Ich gehe davon aus, dass dies alles auch auf Euch, liebe Firmlinge, zutrifft; dass Ihr hergekommen seid, um Verantwortung für Euren Glauben und für das Zeugnis des Glaubens Euren Altersgenossen gegenüber zu übernehmen. Denn die Welt braucht Euer Glaubenszeugnis.

        Nun, wozu benötigen wir einen besonders starken Glauben? Wir können allgemein sagen: Um nach Gottes Geboten zu handeln, um nach den Weisungen Jesu zu leben und einmal als gute Chris­ten zu sterben. Ein Gebot aber ist besonders schwer. Darauf macht uns Jesus eigens aufmerksam, nämlich das Gebot, den Feind zu lieben und dem Feind zu verzeihen. Dazu brauc­ht es die besondere Hilfe des Heiligen Geistes.

        Der heilige Anselm hatte es nicht leicht mit den englischen Königen der damaligen Zeit. Sie haben ihm arg zugesetzt. Nun wird aus dem Jahr 1100 berichtet, dass sich König Wilhelm am 2. August auf der Jagd im Wald zu Hampshire befand. Da traf ihn, von unbekannter Hand, ein Pfeil. Daran starb der König. Man glaubte, mit dieser Botschaft Anselm eine gute Nachricht zu bringen. Als der Heilige aber den gewaltsamen Tod seines Widersachers erfuhr, begann er bitterlich zu weinen. Das zeigt uns, wie ernst Anselm das Gebot der Feindesliebe nahm.

        Noch ein Hinweis zum Namen. Anselm ist eigentlich ein heidnischer Name. Er besteht aus zwei Wörtern: Ans oder As und Helm. Helm bedeutet Schut­z. Asen sind heidnische Götter. Also bedeutet der Name: Der von den Göttern Geschützte. Wir aber geben diesem Namen eine christliche Bedeutung und sagen: Der von Gott Geschützte. Das trifft heute für Euch Firmlinge besonders zu. Denn die Firmung ist auch mit einem Schutz zu vergleichen. Die Firmung ist wie ein schützender Helm. Der Heilige Geist legt seine schützende Gnade auf Euch. Durch den Heiligen Geist dürft Ihr in den vielen Schwierigkeiten, welche das Leben bereitet, Schutz und Sicherheit erfahren. Vor allem schü­tzt der Heilige Geist Euren Glauben und macht Euch zu mutigen Bekennern des Glaubens an Jesus. – Aber das kann er nur, wenn Ihr wirklich im Glauben lebt, wenn Ihr dem  Glauben gegenüber nicht gleichgültig werdet. Deshalb schließe ich mit der Bitte: Bleibt treu! Haltet Euer Firmversprechen. Lasst im Glauben nicht nach. Wie der heilige Paulus müsst auch Ihr einmal sagen können: Den guten Kampf habe ich gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt (2 Tim 4,7). Amen.     

 

Firmung Tiefencastel (Pfarreien Albulatal) 22-04-2018

Liebe Firmlinge, Ihr habt es eben im Evangelium gehört. Jesus sagt: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11). Was meint Jesus damit? Ist er wirklich der Hirt einer Herde von Schafen? Dann stellt sich gleich die nächste Frage: Was hat das mit uns zu tun? Wir sind keine Herde von Schafen. Wir sind Menschen. Heute erwarten wir die Firmung. Wir wollen gefirmt werden. Deshalb sind wir hergekommen. Auf die Firmung haben wir uns sorgfältig vorbereitet. Warum spricht Jesus von Schafen?

        Nun, wenn Jesus sagt: Ich bin der gute Hirt (Joh 10,11), dann ist das nicht von einem wirklichen Hirten gemeint, von einem Hirten, der auf unseren Weiden und Alpen arbeitet. Oder wenn Jesus sagt: Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11), dann sind damit nicht wirkliche Schafe gemeint, wie wir sie auf unseren Wiesen kennen. Jesus braucht einen Vergleich. Jesus braucht ein Bild. Bei diesem Bild sind mit den Schafen Menschen gemeint. Wenn Jesus sagt: Ich bin der gute Hirt (Joh 10,11), will er uns Menschen sagen: Ich bin gut zu Euch. Ich sorge mich um Euch. Ich sorge mich um Euch, wie ein Hirt, wie ein Bauer, sich um seine Schafe, um seine Herde sorgt. Ich will, dass es Euch gut geht.

        Aber es geht uns ja nicht schlecht. Wir haben genug zu essen. Wir haben ein Zuhause. Wir haben Kleider. Wir können sogar in die Schule gehen und etwas lernen. Nun, Jesus sorgt sich nicht um das, was wir schon haben. Er sorgt sich um das, was wir noch nicht haben. Was aber haben wir noch nicht? Wir haben noch nicht den Himmel. Wir leben jetzt zwar gut. Aber was kommt, wenn wir einmal sterben? Jesus weiß, dass der Weg in den Himmel, der Weg zu Gott seinem Vater, nicht leicht ist. Deshalb sorgt er sich um uns. Denn er, als der Sohn Gottes, kann uns helfen, den Weg zum Himmel, den Weg zum Vater im Himmel zu finden und zu gehen. Für diesen Weg ist er der gute Hirt für uns.

        Dabei hat die Firmung ihre eigene Bedeutung. Ihr wisst, dass die Firmung Euch den Heiligen Geist verleiht. Und ihr wisst auch, dass der Heilige Geist Euch Kraft gibt. Er gibt Euch Kraft mit seinen sieben Gaben. Und Ihr wisst schließlich, dass Ihr durch die Kraft des Heiligen Geistes den guten Weg gehen könnt, den Weg des Glaubens, den Weg, der zu Gott, dem Vater im Himmel, führt. Das alles wäre nicht möglich, wenn Jesus nicht der gute Hirt wäre, wenn Jesus sich nicht um uns sorgen würde, vor allem aber, wenn Jesus nicht für uns am Kreuz gestorben wäre. Dann wäre der Weg in den Himmel für uns verschlossen.

        Liebe Firmlinge, Ihr spürt nun, was das bedeutet, wenn Jesus uns sagt: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11). Ihr spürt aber auch, wie wichtig es ist, dass Ihr Euch zu Jesus bekennt; dass Ihr im Glauben nicht gleichgültig seid; dass Ihr jeden Tag zu Jesus betet; dass Ihr, vor allem am Sonntag, zu Jesus kommt, zur heiligen Messe, um in der Nähe des guten Hirten zu sein, um den guten Hirten nicht zu verlieren; dass Ihr regelmäßig zur Beichte geht, um nicht auf Abwege zu kommen, die Euch statt in den Himmel, in den Abgrund führen. Ihr spürt, wie wichtig es ist, dass Ihr gewissenhaft nach den Geboten Gottes lebt.

        Deshalb bittet den Heiligen Geist, den Geist der Firmung, immer wieder, dass er Euch im Glauben erhält und festigt, im Glauben an Jesus Christus, den guten Hirten. Amen.  

 

 Firmung Unterschächen 28-04-2018

 Liebe Firmlinge, Ihr habt euch auf diese Feier gut vorbereitet. Heute seid Ihr hergekommen, um vom Bischof gefirmt zu werden. Denn es ist die Aufgabe und der Auftrag des Bischofs, die Firmung zu spenden. Der Bischof ist ja ein Nachfolger der Apostel. Die Apostel waren die ersten Firmspender. 

        Ihr wisst wohl, was die Firmung ist. Damit Ihr aber ganz dabei sein könn­t, damit Ihr die Firmung ganz bewusst empfangt, machen wir eine kurze Repetition zum Thema. Ich stelle ­drei Fragen und gebe drei Antworten. Ich möch­te nämlich, dass Ihr euch auf das Wesentliche der Firmung konzentriert. Die drei Fragen lauten: Was ist die Firmung? Warum möch­te ich mich firmen lassen? Was hat die Firmung für Folgen? 

        Was ist die Firmung? Die Firmung ist ein Sakrament. Wir zählen sieben Sakramente. Ein Sakrament ist eine besondere Gabe Gottes, eine Gabe, welche uns das Leben Gottes schenkt. Wir erhalten Anteil am Leben Gottes. Dur­ch den erlösenden Tod Jesu am Kreuz wird diese Gabe möglich. Nun, das Besondere an der Firmung ist, dass sie uns „die Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49) schenkt, wie Jesus es sagt. Die Kraft aus der Höhe ist der Heilige Geist, die dritte göttliche Person. Durch die Firmung empfangen wir den Heiligen Geis­t­. „Die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geis­t“ (Apg 13,52), haben wir eben in der Lesung gehört. Mit dieser Freude werdet auch Ihr erfüllt. Der Heilige Geist bewirkt Freude.

        Warum möchte ich mich firmen lassen? Das ist die zweite wichtige Frage. Sie ist wichtig, damit wir die Firmung nicht gedankenlos empfangen. Weil es nun einmal so üblich ist. Wir sollen ­die Firmung aus eigenem Antrieb, aus Über­zeugung empfangen wollen. Denn, was wir nicht mit Über­zeugung tun, ist nicht viel wert. Deshalb müssen wir über unsere Motivation zur Firmung Rechenschaft geben. Die Motivation muss etwa so lauten: Ich will die Firmung empfangen, weil ich an Jesus Glau­be, weil mir dieser Glaube kostbar ist, weil ich die Kraft aus der Höhe, die Kraft des Heiligen Geistes empfangen möchte, um im Glauben fest zu stehen. Ich will durch die Kraft des Heiligen Geistes Jesus treu bleiben. 

        Was hat die Firmung für Folgen? Mit dieser Frage möch­te ich auf das Engagement hinweisen, auf die Verpflichtung, welche Ihr mit der Firmung auf euch nehmt. Wenn Ihr nun bald das Glaubensbekenntnis erneuert, dann geht Ihr damit auch eine Verpflichtung ein, nämlich die Verpflichtung, als gläubige Menschen zu leben, Euer Leben nach Gottes Weisungen und Geboten zu gestalten. Aber nicht nur das. Mit der Firmung wollt Ihr euch auch für den Glauben einsetzen, den Glauben weitergeben, zum Glauben auch in kritischen Situationen stehen. Wir haben eben gehört, wie Paulus und Barnabas den Glauben gepredigt haben, ja, wie Paulus und Barnabas sogar Verfolgung für den Glauben in Kauf genommen haben (vgl. Apg 13,50­). Deshalb fragt euch in Eurem Alltag immer wieder: Wie kann ich mich für meinen Glauben einsetzen? Wie kann ich Jesus gegenüber zum Ausdruck bringen, dass ich ihn ernst nehme, dass ich ihm als meinem Erlöser dankbar bin.

        Im Evangelium sagt uns Jesus: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen“ (Joh 14,12). Der Heilige Geist wird Euch helfen, im Sinne von Jesus zu leben und zu wirken; er wird Euch helfen, die Werke Jesu zu vollbringen. Amen.­ 


Firmung Schlieren 29-04-2018

 Was mich vergangene Woche sehr betroffen gemacht hat, ja traurig, ist die Amokfahrt in der kanadischen Hauptstadt Toronto. Ein junger, 25-jähriger Mann steuert mutwillig einen Lieferwagen auf den Bürgersteig. Dabei tötet er 10 Personen und verletzt dazu 15 weitere Menschen. Ein Augenzeuge berichtet: „Ich saß im Auto, als ich plötzlich einen weißen Lieferwagen sah, der auf das Trottoir fuhr und die Menschen niedermähte“. Die Fußgänger seien durch die Luft geschleudert worden. Das war ein schrecklicher Anblick.

        In der Zeitung war alsdann auch zu lesen: „Polizei rätselt über den Todesfahrer“. Ja, es ist wirklich oft ein Rätsel, warum Menschen zu solchen Taten kommen. Es ist ein Rätsel, warum sie so handeln. Was geht in ihnen vor? Warum lassen sie sich dazu hinreißen? Dass solche Gewaltakte immer wieder vorkommen, macht die Sache umso bedenklicher. Daher stellt sich die Frage: Von welchem Geist lassen sich solche Menschen leiten? Was für ein Geist veranlasst sie dazu. Aufgrund solcher Taten, stellen wir fest, dass es in unserer Welt immer auch das Wirken eines schlechten Geistes gibt. Ein schlech­ter Geist kommt  über die Menschen und treibt sie zu bösen Handlungen. Es ist ein Geist der Umnachtung, es ein Geist der Finsternis.

        Damit kommen wir zur Bedeutung der Firmung. Die Firmung hat es auch mit dem Geist zu tun. Durch die Firmung empfangen wir den Heiligen Geist. Durch die Firmung bekommen wir den Geist, der uns zum Guten anleitet und antreibt. Sicher habt Ihr das eindrückliche Gebet zum Heiligen Geist kennen gelernt. Darin bitten wir den Heiligen Geist um das Heilige, um das Gute: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke. Treibe mich, due Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe. Stärke mich, du Heiliger Feist, dass ich Heiliges hüte. Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere.   Wenn Ihr, liebe Firminge, immer wieder so zum Heiligen Geist betet, wird er Euch zum Guten leiten, zum Guten motivieren können. Es entsteht in Euch dann keine Leere, kein Vakuum, in welches der schlechte Geist eindringen könnte. Ihr werdet erfüllt vom Geist der Gottesliebe, wie wir es in der Lesung gehört haben: „Wir sollen an den Namen seines (Gottes) Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht“ (1 Joh 3,23).  

        Heute spricht Jesus vom Weinstock und von den Reben. Jesus ist der Weinstock, wir sind die Zweige daran: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Furcht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,5).  Es ist wichtig, dass Ihr in Eurem Alltag mit Jesus verbunden bleibt. Dafür ist der Heilige Geist, der Geist der Firmung, besorgt. Er stellt die Verbindung zwischen Euch und Jesus her. So wird die Firmung für Euch zur Gewähr, dass Ihr mit Jesus verbunden seid und verbunden bleibt. Und wir können noch weiter gehen: So wird die Firmung für Euch zur Gewähr, dass Ihr nicht in die Nacht des Bösen geratet und zu Taten verleitet werden, die Unheil und Not verursachen. Deshalb erneuert den Geist der Firmung immer wieder: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke. Treibe mich, due Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe. Stärke mich, du Heiliger Feist, dass ich Heiliges hüte. Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere. Amen.

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