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Homilie von Bischof Peter Bürcher an Fronleichnam, 11. Juni 2020 in der Kathedrale von Chur

Meine Lieben

Fronleichnam ist ein österliches Fest, dem Gründonnerstag und der Erinnerung an das Letzte Abendmahl zugeordnet. Erinnerung, Lobpreis, Danksagung und geschwisterliche Gemeinschaft – damit erfüllt die Kirche den Auftrag Jesu: «Tut dies zu meinem Gedächtnis!».

Zahlreiche Texte des Stundengebets und der Eucharistiefeier hat wohl der hl. Thomas von Aquin verfasst. Der große Dominikanertheologe meditiert in ihnen über das Geheimnis der Gegenwart des Herrn unter den Gestalten von Brot und Wein. Die menschlichen Sinne sind überfordert, wenn sie in diesen bescheidenen Nahrungsmitteln die verborgene Wirklichkeit erkennen sollen, die in ihnen enthalten ist.

In den letzten Wochen haben viele darunter gelitten, dass sie an der Hl. Eucharistie in der Kirche nicht teilnehmen und die heilige Kommunion nicht empfangen konnten. Dies hat damals unter anderen Umständen auch den berühmten Astronauten Mike Hopkins betroffen. Der aus einer protestantischen Familie stammende und dann katholisch gewordene Astronaut stellte sich eine wichtige Frage. Als er nämlich den Auftrag erhielt, als Astronaut für 24 Wochen im Weltall zu wohnen: Wie würde er dort die Sakramente empfangen, ohne Beichtvater, also ohne Priester? Er bekam die Sondergenehmigung des Erzbischofs von Galveston-Houston, sechs geweihte Hostien (die in jeweils vier Teile gebrochen werden können) in einer Pyxis mitzunehmen. So konnte er regelmässig im Weltall die Hl. Kommunion empfangen. «Zu wissen, dass Jesus bei mir war, wenn ich aus der Luke in das Vakuum des Weltalls trat, war mir wichtig». Wichtig ist uns allen die Teilnahme an der Hl. Eucharistie. Dabei werden wir mit dem Herzen Jesu eins: «Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, sagt Jesus, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm» (Joh 6).

Besonders mit dem Heiligen Thomas von Aquin sind wir alle davon überzeugt: «Niemand kann die Köstlichkeit dieses Sakraments in Worte fassen, denn man kostet darin die geistliche Süßigkeit an ihrer Quelle. Man feiert in ihm das Gedächtnis dieser unübertroffenen Liebe, die Christus in seinem Leiden gezeigt hat. Er hat gewollt, dass die Unermesslichkeit dieser Liebe tiefer in das Herz der Gläubigen eingeschrieben sei. Daher hat er beim letzten Abendmahl nach der Feier des Pascha mit seinen Jüngern, da er aus dieser Welt zum Vater gehen sollte (vgl. Joh 13,1), dieses sakramentale Geheimnis als ewiges Gedächtnis seines Leidens eingesetzt, als Erfüllung der einstigen Vorausbilder und als größtes seiner Wunder. Und für alle, die seine Abwesenheit mit Trauer erfüllen würde, hat er diese unvergleichliche Tröstung hinterlassen». Amen.

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