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Predigt von Bischof Vitus Huonder anlässlich der Sendung von Lektoren und Akolythen im Priesterseminar St. Luzi am 24. Oktober 2018

Liebe Seminaristen,

wir feiern heute den heiligen Bischof Antonius Maria Claret (1807-1870). Er ist der Gründer der  Kongregation der Missionare der Söhne des Unbefleckten Herzens Marias (CMF = Cong­regatio Missionariorum Filiorum Immaculatae Cordis BMV). Wir nennen sie daher auch Claretiner. Der Gründungstag wird mit dem 16. Juli 1849 angegeben.
        Mit dieser Gründung verfolgte er das Ziel, gute Seelsorger, gute Priester, heranzubilden und diese in einer Gemeinschaft zu sammeln. Denn für manchen Priester ist das Alleinsein, zum Beispiel in einer Pfarrei, eine Herausforderung, der er nicht immer gewachsen ist. In einer Gemeinschaft von Priestern ist der einzelne besser aufgehoben, und die gemeinsame Arbeit bringt manche Vorteile mit sich.
        Am Tag dieses Heiligen werden dreizehn aus Euerer Mitte in die Gemeinschaft jener aufgenommen, welche das Priestertum zum Ziel haben. Durch den Dienst von Lektoren und Akolythen macht Ihr, liebe Kandidaten, sozusagen die ersten Schritte hinein in das Dienstamt der Kirche. Dieses besteht aus den drei Stufen des Diakonats, Presbyterats und Episkopats. Ihr übt euch ein in Aufgaben, welche zum Dienstamt der Kirche gehören oder für dieses Dienstamt hilfreich sind. Ihr übernehmt die Beauftragung für den Vortrag der Heiligen Schri­ft in der Liturgie der Kirche; einige von Euch übernehmen zusätzlich die Sendung zum begleitenden Dien­st am Altar.
        Der Dienst des Lektors muss nun verbunden sein mit einer tiefen Verehrung des Wortes Gottes. Das Wort Gottes ist Gegenstand des Glaubens. So sagt Jesus: Glaubt an das Evangelium (Mk 1,15). Das Evangelium ist der Inbegriff des Wortes Gottes. Das Evangelium ist die Erfüllung der ganzen Offenbarung. So führt der Dienst am Worte Gottes immer dem Evangelium entgegen. Das hat sich im Ablauf der Liturgie geradezu selbst­verständlich ergeben, da der Vortrag des Evangeliums der Höhepunkt des sogenannten Wortgottesdienstes ist.
        Nun muss das Wort Gottes aber hinein wirken in die Welt. Der Lektor empfängt daher in einem gewissen Sinn auch den Auftrag zur Einführung in das Wort Gottes, allgemeinen gesagt, den Auftrag zur Glau­bensunterweisung. Vor allem die Kinder sollen früh und regelmäßig in den Glauben eingeführt werden­. Sie sollen im Katechismus unterrichtet werden. Der heilige Antonius Maria sagt: Der Katechismus ist das Fundament der religiösen und sittlichen Erziehung. Macht nun den Versuch, das Wort Gottes und das ganze Glaubensgut den Menschen zu vermitteln, denn, wir haben es eben gehört: Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte der Freudenboten (Jes 52,7). Ihr sollt Freudenboten des Evangeliums werden. Die Menschen warten auf die Frohe Botschaft. Und wenn sie nicht warten, ist es Eure Aufgabe, sie für die Frohe Botschaft zu gewinnen.
        Vom Wort Gottes kommen wir zum Altar. Die Kirchen sind ja so gebaut, dass sich alles zum Altar hinbewegt, wo der Priester das Opfer Christi feiert. Ihr soll dem Priester am Altar dienen. Aber nicht nur das: Ihr soll als Akolythen den Menschen helfen, das Geschehen am Altar zu verstehen und in ihr Herz aufzunehmen. Das bedeutet eben auch, wie im es Evan­gelium steht, Menschenfischer zu sein (Mk 1,17). Der Menschenfischer soll in den Menschen Interesse für die frohe Botschaft wecken und sie schließlich hinführen zum Höhepunkt der ganzen Liturgie, zur Heiligen Messe. Ein Akolyth soll dem Priester nicht nur die Wein- und Wassergefäße reichen. Er soll Menschen für den Gottesdienst begeistern können und in ihnen die Liebe zum Altar und zum Opfer auf den Altar wecken.
        Zum Schluss ein wegweisendes Wort des Tagesheiligen. Er schreibt: Ich sage mir selbst: Ein Sohn des Unbefleckten Herzens Mariens ist ein Mann, der in Liebe brennt und diese heilige Glut überall hinträgt, wohin er kommt. Er wünscht tatkräftig und bemüht sich mit allen Mitteln, die ganze Welt mit dem Feuer der göttlichen Liebe zu entzünden. Nichts hält ihn zurück; er freut sich der Entbehrungen, unternimmt jede Arbeit, nimmt jedes Opfer auf sich. In den Verleumdungen und im Leid findet er Freude. Er denkt nur, wie er Christus nachfolgen und nachahmen wird in der Arbeit, im Leiden, und indem er immer und einzig die größere Ehre Gottes und das Heil der Menschen sucht. Amen.

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