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Predigt von Bischof Vitus Huonder anlässlich des Pastoralbesuches in Altdorf am Sonntag, 16. September 2018

Brüder und Schwestern im Herrn,

das heutige Evangelium (Mt 8,27-35) setzt sich aus drei Teilen zusammen: das Bekenntnis des Petrus, die Leidens- und Auferstehungsvorhersage Jesu und die Verheißung des ewigen Lebens für alle jene, welche ihr Leben, ihre Seele für den Herrn einsetzen.
Petrus bekennt sich zu Jesus, dem Messias: Du bist der Messias, oder, gemäß der neuen Übersetzung: Du bist der­ Chris­tus (Mk 8,29). Messi­as auf Hebräisch, Christus auf Griechisch bedeutet so viel wie König, so viel wie Gesalbter Gottes. Petrus hat erkannt, wer Jesus ist: Er ist der Messias, der Gesalbte Gottes.
Insbesondere ist der Messias der König der Endzeit, der verheißene Retter des Volkes Gottes. Auf ihn wartet das jüdische Volk. Im Matthäusevangelium wird die Aussage des Petrus dahin verdeutlicht, dass Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes ist (Mt 16,16). Diese Bezeichnung hat Eingang gefunden ins Glaubensbekenntnis, etwa ins Apostolische: Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn. Der Ausdruck eingeborenen meint den einzigen Sohn, den „einziggeborenen“ Sohn Gottes. Jesus ist der einzige Sohn Gottes. Es gibt keinen anderen.
Auf dieses Bekenntnis reagiert Jesus so, dass er auf das Leiden des Messias hinweist. Als der Messias, als der Christus wird er leiden, ja sterben müssen. Denn nur durch sein Leiden und Sterben wird er wirklich der Retter des Volkes werden, der Erlöser. Um das Volk Gottes zu erlösen, muss er leiden und sterben. Erlösung gibt es nur durch das Opfer des Kreu­zes. Die heilige Messe ist der ständige Rückbezug auf das Opfer des Kreuzes. Die Kirche sagt, in der heiligen Messe werde das Opfer des Kreuzes vergegenwärtigt.
Petrus gefällt diese Aussage nicht, und er macht Jesus Vorwürfe. Nach der neuen Übersetzung, weist er Jesus zurecht. So werden diese Vorwürfe als eine Zurechtweisung gedeutet. Petrus will es nicht begreifen, dass sein Messi­as erniedrigt wird. Das passt nicht in seine Vorstellung vom Gesalbten Gottes­.
Darauf reagiert Jesus mit einem harten Wort: Weg mit dir, Satan (Mk 8,33). Wiederum nach der neuen Übersetzung muss es genauer heißen: Tritt hinter mich, du Satan. Petrus muss sich hinter Jesus stellen. Das bedeutet, Petrus soll Jesus folgen und nicht meinen, er müsse den Ton angeben und den Weg des Gesalbten Gottes bestimmen.
Im Deut­schen tönt das Wort Satan ungewohnt, weil wir uns darunter den Leibhaftigen, den Teufel, den Luzifer vorstellen. Doch im Verständnis der damaligen Zeit bedeutet Satan auch allgemein Verführer, Widersacher. Petrus darf nicht der Widersacher Jesu sein, vielmehr muss er mit ihm gehen und im Sinne Gottes handeln, nicht nach eigenem Ermessen. So ist dieses harte Mahnwort Jesu zu verstehen. Jesus „verteufelt“ Petrus nicht. Er weist ihm den richtigen Platz zu.
Es folgt der dritte Teil. Auf diesen Teil möchte ich heute den Akzent setzen. Denn er betrifft alle, die mit ihrem Glau­ben ernstmachen. Sie sollen hinter Jesus treten. Als Christgläubige, als Jünger sollen sie­ ihm nach­folgen und mit Blick auf ihn ihr Kreuz auf sich nehmen. Denn wer Christus nachfolgt, wird sein Kreuze zu tragen haben. Er darf dem Kreuz nicht ausweichen. Er kommt nicht um das Kreuz herum. Deshalb fügt Jesus ein Wort bei, welches für uns eine große Hilfe ist und uns zum Tragen des Kreuzes ermutigt: Wer sein Leben (seine Seele) retten will, wird es (sie) verlieren; wer aber sein Leben (seine Seele) um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es (sie) retten (Mk 8,35). Aus anderen Zusammenhängen der Evangelien wissen wir, dass Jesus damit auf das ewige Leben anspielt. Wer sich für Jesus einsetzt, wer sich für das Evangelium einsetzt und um des Evangeliums willen zu leiden hat, wird sein Leben (seine Seele) retten. Er wird vom Herrn die Belohnung des ewigen Lebens empfangen. Er wird an der Herrlichkeit Jesu Anteil erhalten.
Dieses Wort soll uns ermutigen, zu unserem Glauben zu stehen, den Glauben immer zu bekennen. Dieses Wort soll uns ermutigen, auch in schwe­rer Be­drängnis um des Glaubens willen durchzuhalten und standfest zu bleiben. – Der Herr schen­ke uns allen die Gnade dazu. Amen.   

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